Am 20. Mai drehte sich bei Thoughtworks Live 2014 in London alles um Customer Engagement – Driving Success Through People, Design and Technology. Laut einer von Thoughtworks angeführten Harvard Studie kann eine 5%ige Steigerung der Kundenbindung Umsatzsteigerungen von 25% bis 85% mit sich bringen. Für das Event wurde ein spannendendes Line-up von Vortragenden zusammengestellt, die über Themen wie z.B. Co-creation, Holistische User Experience durch das zusammenbringen von Online und Offline User Experience, Lean Enterprise sprachen. Das Softwareberatungs- und Entwicklungsunternehmen Thoughtworks hat hierzu Führungskräfte zu ihrem in verschiedenen Lokalitäten stattfindenden Thoughtworks Live Event eingeladen, dabei hatte ich die Gelegenheit bei dem Event in London teilzunehmen. Hier eine kurze (und bilderlastige) Zusammenfassung einiger Highlights. Sobald die Sessions als Video bereit stehen werde ich noch nachträglich entsprechend verlinken.
Ankündigung: ProductTank mit Marc Abraham und Petra Wille
First things first – Priorisierung von Ideen + Anforderungen
Den wenigsten Unternehmen, Startups und Produkt-Teams mangelt es an Ideen dafür, was man alles machen kann und wie man ein Produkt weiterentwickeln kann. Seien es direkte Kundenwünsche, Ergebnisse aus Nutzerstudien, Anforderungen aus dem Vertrieb, neue technologische Trends, Wettbewerbsbeobachtungen, Ergebnisse aus Brainstormings oder die geniale Idee, die dem visionären Gründer im Traum kommt – der Ideen- oder Produkt-Backlog ist in der Regel gut gefüllt. Einzig mangelt es an der notwendigen Zeit und Ressourcen, um die vielen Ideen umsetzen zu können.
Es ist also erforderlich, dass die Ideen und Anforderungen bewertet und anschließend in eine sinnvolle Reihenfolge für die Umsetzung gebracht werden. Das Stichwort lautet Priorisierung. Der folgende Artikel soll ein paar Ideen aufzeigen, wie ein Backlog sinnvoll priorisiert werden kann.
Lesenswert: April 2014
Unsere lesenswertesten Link-Fundstücke des Monats April haben wir euch hier zusammengestellt:
Produktmanagement
- Immer nur Story für Story das Backlog entlang arbeiten? Marty Cagan erklärt, warum es wichtig ist, Meilensteine zu haben.
- Mehr Features sorgen für mehr Umsatz. Mit dieser Logik landet man schnell bei Featuritis. Die Kollegen von überproduct beleuchten, wie man es vermeidet, in dieser Umsatz-Falle zu landen.
- Wenn noch nicht einmal Early Adopter die eigene Idee verstehen, sollte man kein Produkt bauen.
- Roman Pichler zeigt, wie man mit dem Vision Board von der ersten Idee zum Backlog kommt.
- Und Roman zum zweiten: Warum man nur zusammen mit einem großartigen Scrum Master ein großartiger Product Owner werden kann.
Product Discovery im Scrum-Alltag
Habt ihr folgende Situation auch schon erlebt? Ihr kommt von einer Konferenz und habt Marty Cagan (oder jemand anderes) über Product Discovery sprechen gehört. Ihr habt gerade einen Workshop zu Design Thinking gemacht. Ihr habt Inkens und Wiebkes Artikel(serie) zum perfekten Product Design Sprint gelesen.
Kurzum, ihr habt gelernt, dass es wichtig ist, mit Nutzern zu sprechen, Interviews zu führen, Personas zu beschreiben, Story Maps zu erstellen, Prototypen zu bauen und diese iterativ zu testen. Und nun möchtet ihr gleich selbst in die nächste Product Discovery starten… Aber irgendwie passt Product Discovery nicht so richtig in euren Arbeitsalltag und den eures Scrum-Teams hinein.
Wie also könnt ihr vorgehen, damit das Erlernte auch wirklich in die Tat umgesetzt werden kann? Dieser Artikel soll ein paar Ideen aufzeigen, wie Product Discovery in die gängigen Scrum-Meetings integriert werden kann.
Der perfekte Product Design Sprint – Tag 2: Storyboarding
In dieser Artikelreihe führen wir euch durch jeden Tag des aus unserer Sicht idealen Product Design Sprints. Mit einer Reihe von schlanken UX Methoden zeigen wir Euch, wie ihr innerhalb von fünf Tagen in einem interdisziplinären Team gelungene Konzepte nah an den Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer gestalten könnt. Nachdem wir am ersten Tag einen visionären Rahmen für unser Produkterlebnis geschaffen haben mittels einer Product Experience Map, steht der zweite Tag voll und ganz im Zeichen des Storyboardings, um die in der Product Experience Map verdichteten Anforderungen zu visualisieren und greifbar zu machen. Mittels des sogenannten Story-driven Design wollen wir euch heute zeigen, wie ihr schnell und nutzerzentriert erfolgreiche innovative und emotionale Konzepte entwickeln könnt.
Was ist an dem Story-driven Design so besonders?
Story-driven Design ist eine Technik, die Produktkonzepte aus der Sicht des Nutzers und seinem Kontext spinnt. Man kann es mit einem Theaterstück vergleichen oder einer Filmszene, die man über einen Sketch ähnlich einem Storyboard wiedergibt. Richtig angewendet schafft so ein Storyboard es, die Lage bzw. Rolle des Nutzers so zu transportieren, dass die Anforderungen an das noch zu erschaffende Produkt den Betrachter regelrecht ins Auge springen. Das story-driven Design wird in der heutigen Produktentwicklung immer noch unterschätzt – sowohl, was die Schnelligkeit in der Ideenfindung, als auch die Qualität der Ergebnisse angeht. Es ist eine Technik, die, wenn sie gelungen angewendet wird, sowohl erfolgreiche visionäre als auch sehr emotionale Produkt- und Markenkonzepte hervorbringen kann. Story-driven Design skizziert Ideen(-räume), die stark mit den Nutzerbedürfnissen verquickt sind und sich damit leicht auf den Markt etablieren lassen.
Die Visualisierung steht im Vordergrund – kreative Umsetzung eines Storyboards
Um eine mitreißende Story zu skizzieren gibt es verschiedene Techniken, die abhängig von dem Kontext, dem Produkt und der Teamkonstellation angewendet werden können.
Keep it simple – wie man Produkte schlank hält
Viele Produktmanager und UX Designer nennen, wenn man sie nach ihren Lieblingsprodukten fragt, die Produkte von Apple als ihre Favoriten. Hauptgrund für diesen Zuspruch ist meist die Einfachheit und die intuitive Bedienung, die nach wie vor herausragenden Merkmale der Produkte aus Cupertino.
Einfachheit ist uns (und natürlich auch unseren Kunden und Nutzern) wichtig – warum aber fällt es uns so schwer, selber einfache Produkte zu gestalten bzw. unsere Produkte schlank zu halten?
Lesenswert: März 2014
Unsere lesenswertesten Link-Fundstücke des Monats März haben wir euch wieder kompakt zusammengestellt:
Produktmanagement
- Auf überproduct wird beleuchtet, warum sich Produktmanagement und UX oft nicht verstehen und wie wichtig daher eine einheitliche Vorstellung, über den Weg von der Idee zum Produkt, ist.
- Erst den Nutzer kennenlernen oder erst ein MVP bauen? Techcrunch fragt, ob wir zu besessen vom MVP sind?
- Und ein weiterer Artikel von Techcrunch: Warum wirkliches Wachstum auf grundlegenden Mechanismen aufbaut und nicht auf „Growth Hacking“
- In einem langen Beitrag beschreibt die New York Times einen wachsenden kulturellen Bruch im Silicon Valley zwischen etablierten Konzernen und der Start-Up-Szene, zwischen erfahrenen Ingenieuren und frischen Uniabsolventen und zwischen bedeutungsvollen und coolen Produkten.
Kleine Bewerbungskunde für Produktmanager und Interaktionsdesigner – Teil 1: die Bewerbung
Klar weiß ich, wie schwierig es ist eine gute Bewerbung zu schreiben und wie viele Sachen man sich überlegt, bevor man dann letztendlich seine Bewerbung durch den (meist digitalen) Briefschlitz schiebt. Aber leider sehe ich auch mit jeder Stelle die ich selber ausschreibe, was man so für Bewerbungen auf den Tisch bekommt. Und von den total fachfremdem Bewerbern rede ich jetzt mal gar nicht. Ich rede von gut ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen mit Universitätsabschluss.
Also dachte ich, ich teile meine Empfehlungen einfach mal mit euch. Der Extrakt aus mehreren Jahren Rekrutierung von Produktmanagern und Interaktionsdesignern für verschiedene Arbeitgeber sozusagen.
Das Biest Unternehmenskultur
Dieser Artikel ist anders als meine vorherigen Artikel. Diesmal geht es nicht um Methoden, Prozesse, Verantwortlichkeiten, usw. Es geht um etwas noch Wichtigeres.
Vielleicht kennt ihr eine der folgenden Situationen?
- Sehr gute Konzepte werden durch riesige Abstimmungsrunden oder politische Schachzüge abgeschwächt, verändert oder sogar komplett abgelehnt
- Ein Unternehmen entscheidet sich agile Methoden einzuführen, aber trotz gutem Training wird nur halbherzig agil gearbeitet
- Die Einführung einer neuen revolutionären Strategie führt leider nicht zu revolutionären Ergebnissen, sondern alles bleibt beim Alten
- Ein neues Produktdesign wird vom Management abgelehnt, weil es persönlich einfach nicht gefällt
Diese Auflistung könnte ich noch beliebig verlängern. Wenn du dich also auch wunderst, warum deine Konzepte, Ideen, Strategien, Prozesse, Methoden usw. in deinem Unternehmen verpuffen, kann das natürlich viele Gründe haben. Vielleicht hat es aber etwas mit der Unternehmenskultur zu tun. Und glaub lieber nicht, dass Kultur irgendein abgehobenes Management Trallala ist. Das Biest kann dein Engagement spurlos verschlucken wie ein schwarzes Loch.
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