Den Horizont erweitern – oder was man lernt, wenn man mal was anderes lernt

Zu Beginn des Jahres planen viele von uns ihre Weiterbildungen und denken darüber nach, auf welche Konferenzen sie gehen. Die Budgets dafür sind noch gut gefüllt und was gibt es Schöneres, als das Jahr damit zu beginnen sich selbst „was Schönes“ auszusuchen?

Ich will an dieser Stelle einen Denkanstoss mit euch teilen und eine Lanze brechen: für das Training oder die Schulung, die vielleicht etwas exotisch anmuten und nicht die Naheliegendsten ist.

Und warum ich das mache? Weil ich vor einiger Zeit selbst einen Workshop besucht habe, der eben genau das war. Und der hat mir zum einen wirklich Spaß gemacht, zum anderen gute, wirklich neue Kontakte verschafft und fachlich auch noch was gebracht.

Beispiel: Datenvisualisierung – von Infografik bis Datenprodukt

Es geht dabei um den Workshop „Data Visualisation Basics“ mit Stefanie Posavec. Stefanie hat zusammen mit Giorgia Lupi das wunderbare Buch „Dear Data“ geschrieben und beschäftigt sich schon lange mit Daten und ihrer Visualisierung. Nicht immer nur im Beruflichen und Kommerziellen, sondern auch im künstlerischen Bereich.

Wir IT-Menschen haben mit Datenvisualisierung natürlich auch ständig zu tun. Von Infografik bis echten Datenprodukten ist alles dabei. Und jeder Produktmanager oder Interaktionsdesigner macht das einfach „mal so mit“. Aber so richtig mit den Basics hat man sich doch nie beschäftigt.

Zugegeben, es nimmt eben auch nicht den Großteil der Arbeit ein. Aber genau da liegt die Magie eines solchen Workshops, bei dem man sich spielerisch, aber eben auch mit einer Workshopleiterin mit viel Erfahrung dem Thema nähert: Man kommt mal raus! Man sieht mal was anderes. Man lernt neues Handwerkszeug. Man widmet mal ein bisschen Zeit einem Teilaspekt seiner eigentlichen Arbeit.

Im Fall dieses Workshops gab es zum einen die nötige Theorie: grundlegende Komponenten für die Datenvisualisierung, Zusammenhänge, Do´s & Dont´s. Zum Anderen wurde aber auch ein durchgängiges Beispiel gegeben, anhand dessen wir das Gelernte gleich anwenden konnten. Praktisch war auch, dass man sehen konnte, wie die anderen Gruppen die gleiche Aufgabenstellung komplett anders gelöst haben.

Nach Hause gegangen bin ich ausgestattet mit soliden Leitplanken für das nächste Projekt in dem Daten dargestellt werden müssen. Das nächste Dashboard, die nächste Infografik oder das nächste Schaubild kommt ja bestimmt!

Seniorität ist, wenn man mehr beherrscht als den Kern seiner Profession

Und für mich macht das Seniorität aus. Man beherrscht den Kern der eigenen Profession so gut, dass man sogar in Teilbereiche tief einsteigen kann. Nur so erlangt man „Mastery“. In dem man sich einlässt auf ein Thema, das man vielleicht nicht gleich Morgen sondern vielleicht erst Übermorgen anwenden kann.

Das wäre an dieser Stelle auch mein Appell für eure Fortbildungs-Auswahl 2018 jenseits der Karrierestufe „Junior irgendwas“: sucht euch doch mal was Exotisches. Etwas, das ihr schon immer mal Lernen wolltet. Etwas, das euch wirklich im Detail interessiert. Das darf wirklich mal ein Excel-Kurs sein. Oder vielleicht mal endlich mit dem Programmieren anfangen? Sich endlich mal beibringen lassen, wie man am FlipChart schnell mal was anmalt (z.B. Visual Thinking for Product People mit Britta Ullrich)? Oder sich eben mit dem Thema Datenvisualisierung beschäftigen.

Und wer jetzt sagt: das zahlt mein Chef ja dann nicht. Dem empfehle ich besseres Storytelling für den Chef oder mehr Recherchearbeit! Denn es liegt an dir den Wert deiner Fortbildung gut erklären zu können. Oder aber, wenn du das nicht kannst, bleibt dir immer noch eine „for free“ Lösung zu finden. Für mein Beispiel wäre das passende, günstige Pendant ein VizThink-Meetup. Da wird sich nicht nur mit Datenvisualisierung sondern mit professioneller Visualisierung generell beschäftigt. Und das Beste ist, das kostet keinen Euro. Nur ein bisschen Zeit.

Zum Weiterklicken

Hier nochmals die Links auf die beiden erwähnten Workshops und das Meetup sowie der Hinweis auf unseren Konferenz-Artikel 2018 Edition.

 

Über Petra Wille

Petra Wille studierte Informationstechnik (Dipl.-Ing. (BA)) und war zuletzt, nach Stationen bei SAP, Hubert Burda Media und der XING AG bei der tolingo GmbH in Hamburg als „Managing Director“ tätig. Seit 2013 ist Petra Wille freiberufliche Produktmanagerin und arbeitet für Ihre Kunden an neuen Produktideen: immer mit agilen Projektmethoden und meist in internationalen, auch verteilten Entwicklungsteams. Außerdem berät und coacht sie Produktmanager und vermittelt Methoden und Handwerkszeug für ein professionelles, dynamisches Produktmanagement. Neben Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist Petra Wille begeisterte Kitesurferin und schreibt für produktbezogen.de

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