produktbezogen im Gespräch mit Stefan Vosskötter – Gründer Digitale Leute

Mit produktbezogen sind wir vor 6 Jahren ausgezogen, die deutschsprachige UX- und Product-Szene mit Inhalten auf Deutsch zu bereichern. Seitdem freuen wir uns immer wieder, wenn weitere Blogs, Podcasts, Medien oder Events aus dem Boden sprießen, und unsere Szene bereichern, wie der Produkt-Blog von Oliver Nachtrab, der UX-YouTube-Channel von Indra Burkart, die MTP Engage Hamburg usw. usw.

Sicher einer der bemerkenswerten Newcomer ist das Digitale Leute Magazin. Mit einem Ansatz, der eher die Personen als die Themen in den Vordergrund stellt, hat sich das Magazin in den letzten zwei Jahren eine beachtliche Sichtbarkeit erarbeitet. Ergänzt werden die Artikel und Podcasts mit Meetups und mittlerweile auch einer recht großen Konferenz: Die nächste Ausgabe des Digitale Leute Summit (10% Rabatt auf die Tickets) findet am 27. und 28. November 2019 in Köln statt.

Wir wollten die Gelegenheit nutzen, um dem Gründer des Digitale Leute Magazins, Stefan Vosskötter, einmal auf den Zahn zu fühlen, was ihn mit seinem Magazin so umtreibt und was seine Pläne für den Summit sind.

Hallo Stefan! Schön, dass du Zeit für uns hast. Magst du dich kurz unseren Lesern vorstellen?

Ja gern, ich heisse Stefan Vosskötter, bin 43 Jahre alt, Vater einer 13-jährigen Tochter und tummele mich beruflich seit 2004 im Internet. Ich habe verschiedene Startups wie webnews.com, Platinetz oder musicplayr.com gegründet oder geleitet. Meist habe ich die Rolle des PO oder Head of Product eingenommen. Von Social-Networks über E-Commerce bis hin zu mobilen Apps habe ich vieles entwickelt und betrieben.

Du bist Mitgründer von Deutsche Startups und der Initiator des Digitale Leute Magazins. Wie bist du von einem zum anderen gekommen?

deutsche-startups.de war eines meiner ersten Projekte, das ich mit Alexander Hüsing gestartet habe. Vor ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich einfach Lust bekommen, digitale Professionals, wie UXler, Developer oder Product Owner in aufwändigen Fotostorys zu porträtieren. Als Inspiration diente hier das Design- und Architektur-orientierte freundevonfreunden.com. Wir haben uns dann ein WordPress-Theme geschnappt und die Idee direkt in die Tat umgesetzt.

Wie der Name schon andeutet, geht es im Digitale Leute Magazin vor allem um Personen und Interviews. Warum dieses Konzept?

Wichtig ist es uns neben dem Fachlichen, auch die Person und ihr Arbeitsumfeld kennenzulernen. Dafür bieten sich magazinige Fotostories einfach an. Wir setzen aber mittlerweile auch auf andere Formate wie Podcasts oder auch viel fachlichere “Deep-Dives”. Dort stehen dann die konkrete Methoden und Tools im Vordergrund.

Wer sind denn deiner Meinung nach alles diese „Digitale Leute“?

Digitale Leute sind eine Community von Menschen, die es lieben, digitale Produkte zu entwickeln und zu betreiben. Das umfasst alle Rollen eines EPD-Teams, also Engineering, Product und Design. Aber auch die “Head-Ofs” oder das “C-Level” also CTO, CPO oder der Head of Design.

Neben den Blogartikeln und Podcasts (z.B. mit unserer Autorin Petra) richtet ihr auch Meetups und seit letztem Jahr auch eine Konferenz aus. Mit über 50 Speakern und 9 Workshops ist der Digitale Leute Summit schon ein ganz schönes Dickschiff. Mit wie vielen Besuchern rechnet ihr diesen November?

Letztes Jahr, bei der ersten Ausgabe, waren die 500 Plätze schnell ausverkauft. Dieses Mal haben wir Platz für etwa 1.000 Besucher. Wir gehen davon aus, dass wir die neue größere Location auch wieder füllen werden.

Wenn man sich umschaut, ist der Markt für Konferenzen und Meetups im Bereich Product, UX, Tech usw. schon ganz schön voll. Was macht den Summit besonders?

Absolut, es werden eher mehr als weniger und es ist doch schön zu sehen, dass es immer mehr Möglichkeiten für Professionals gibt, sich zu vernetzen und weiterzubilden! Wir haben unsere Interviews aus dem Magazin erst bei Meetups auf die Bühne gebracht und dann letztes Jahr zum ersten Mal ein Konferenzprogramm daraus gemacht. Das war irgendwie ein natürlicher Weg und, um ehrlich zu sein, wusste ich nicht genau wo das hinführt und auf was wir uns da einlassen.

Wichtig sind uns drei Dinge: 1. Wir wollen pragmatische Einblicke in die Arbeitsweise der internationalen Top-Teams liefern, 2. neben dem fachlichen soll auch die individuelle Persönlichkeit einen Platz haben und 3. sind wir keine reine Produkt, keine reine UX und keine reine Tech Konferenz. Wir wollen Themen aus Tech, Produkt und UX miteinander verbinden und das macht unseren Summit einzigartig in Europa.

Digitale Produkte entstehen immer in der Zusammenarbeit dieser Disziplinen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen und in den meisten Rollen bedarf es immer größerer cross-funktionaler Fähigkeiten. Da ist der Blick über den Rand der eigenen Rolle schon sehr wichtig. Am Abend unserer Konferenz bieten wir mit unserem Partner Art@Tech einen besonderen Musik Live Act und eine Ausstellung ziemlich abgefahrener digitaler Kunst-Exponate an. Ich glaube, dieser Mix macht uns schon besonders.

Nach welchen Kriterien habt ihr euer Lineup zusammengestellt? Wie seid ihr zu einer guten Mischung gekommen?

Aus den Learnings im ersten Jahr hat es sich für uns bewährt, zu Anfang Themenfelder zu setzen. Dann machen wir eine Wunschliste der Top-Firmen, die uns interessieren und dann geht es in die Speakerakquise. Danach gehen wir mit jeden Speaker in ein Interview und klopfen das Thema und Format des Slots fest. So können wir sicherstellen, dass auf der Bühne auch genau das vorher angekündigte passiert und das der Inhalt genau zu unserer Zielgruppe passt. Ist schon toll, wer da dieses Jahr zusammen gekommen ist. Wir freuen uns schon selbst sehr auf die Talks und Insights!

Was sind weitere Bausteine für eine gute Konferenz?

Top-Speaker & Moderatoren, die auch im Vorfeld schon einmal über das Thema gesprochen haben und gut vorbereitet sind. Viele Teilnehmer auf einem gleichem Level, die zueinander passen und sich austauschen wollen. Es muss das Gefühl von Zusammengehörigkeit entstehen. Dazu trägt auch eine atmosphärische Location, gutes Essen und gute Musik bei!

Blicken wir zum Schluss über den Tellerrand: Was liest du für andere Medien? Welche Events besuchst du?

Viel. Meine Blogroll besteht zu 90% aus nationalen und internationalen Techblogs, so ca. 40-50. Einer meiner Favoriten ist firstroundreview.com. Denen versuchen wir auch ein bisschen nachzueifern – auch wenn das sehr schwer ist. Zeit.de und Spiegel Online gehören natürlich auch dazu. Konferenzen, die mich in der Vergangenheit inspiriert haben, sind die Republica, DLD und auch die OMR. Für nächstes Jahr habe ich die Mind the Product, 99U und das TNW Festival auf dem Program – ich hoffe es klappt!

Und was ist dein Lieblingsartikel in eurem Magazin?

Uh, schwer – vielleicht das Gespräch mit Peter Sunna, Head of Product at Contentful. Ich finde Contentful einfach ein so tolles Produkt, ich bin ein richtiger Fanboy und Peter ist ein echt toller Typ. Letztes Jahr war er auch Speaker bei uns!

Vielen Dank für das Gespräch und einen erfolgreichen Summit, Stefan.

Digitale Leute Summit

27.–28. November 2019 | Köln | digitale-leute.de/summit

Am 27.11. finden 9 Workshops statt, am 28.11. ist der eigentliche Konferenztag mit über 50 Speakern. Wir sind Medienpartner der Summits und mit dem Rabattcode produktbezogen_10 erhaltet ihr 10% Rabatt auf den Ticketpreis.

Über Wolf Brüning

Wolf arbeitet als Executive UX Designer in der Abteilung User Experience der OTTO GmbH & Co KG und kümmert sich hier mit seinen Kollegen um Konzeption und Interaktionsdesign der vollständig inhouse entwickelten eCommerce-Plattform des Konzerns. Vor seiner Hamburger Zeit hat Wolf in verschieden Web- und Usability-Agenturen gearbeitet und in Magdeburg Computervisualistik studiert. Wolf ist Mitgründer von produktbezogen.de und kümmert sich neben den Inhalten auch um Design und Technik des Blogs.

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