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Wie man den richtigen Produktmanager findet und einstellt

Es ist Januar und somit viel los auf dem Markt der Talente. Alle Unternehmen halten ihre Budgets in Händen und haben neue Stellen geplant. Aber wie findet man den oder die richtige(n) Produktmanager(in)?

1. Wissen was man sucht.

Bevor man mit der Suche nach einem Produktmanager startet sollte man für sich selbst überlegen was genau die Erwartungen an die Rolle sind. Hilfreich dazu sind Fragen wie diese:

  • Wieviel Gestaltungsspielraum wird der Produktmanager bekommen? Darf er selbstständig Entscheidungen treffen? Hat er die Verantwortung für “profit & loss”?
  • Wie kommt der Produktmanager an Input für sein Backlog? Darf der Produktmanager mit Nutzern und Kunden sprechen?
  • Wie wird das Team aussehen mit dem die Produktmanagerin Arbeitet? Gibt es dort jemanden für die Qualitätssicherung oder soll der Produktmanager selbst Testen? Gibt es Designer? Texter?
  • Soll er sich mit um die Vermarktung des Produktes kümmern? Oder endet die Verantwortung mit erfolgreicher „Herstellung“ des Produktes?

Oder man orientiert sich z.B. an folgenden Rollenbeschreibungen:

Hat man ein klares Bild davon, welche Art von Produktmanager man sucht und was die konkreten Aufgaben sein sollen, kann man das in eine Stellenbeschreibung/-anzeige einfließen lassen.

2. Die Mechanismen verstehen

Zu wissen wie genau die Rolle des neuen Produktmanagers sein soll ist ein ungemeiner Vorteil auf der Suche nach einem neuen Kollegen. Denn Produktmanager sind rares Gut. Sie werden ständig von Arbeitgebern angesprochen. Unternehmen, die genau wissen was sie suchen und das auch gut vermitteln können, stechen dabei auf angenehme Art und Weise aus der Masse hervor.

Was außerdem oft vergessen wird: Produktmanager lieben Produkte.
Sprechen sie über ihr Produkt. Über seine Stärken, seine Schwächen und seine Potenziale. Und über das Team mit dem der Produktmanager arbeiten wird. Denn es ist gut zu wissen welche Talente bereits an Bord sind und auf welche Unterstützung man wird zurückgreifen können.

3. Wissen wo man sucht

Der Teil ist einfach denn es geht schlicht um Reichweite:

  • Stellenanzeige online zugänglich machen. Gegebenenfalls in mehreren Sprachen.
  • Stellenanzeige über soziale Medien teilen. Twitter möchte ich hier nochmal besonders herausheben. Viele Städte teilen jede Stellenanzeige, die mit #Stadtname versehen ist. Und Twitter wird von Produktmanagern gerne genutzt.
  • Wenn Budget vorhanden, sollte die Stellenanzeige auch noch in 2–3 Spezialplattformen einstellen. (z.B. produktbezogen.de, mind the product, XING, …)
  • Die Kollegen bitten, die Anzeige zu teilen bzw. sich in ihrem Netzwerk umzuhören. Denn aus dem Umfeld der eigenen Mitarbeiter kommen oft die besten Empfehlungen.
  • Selbst Netzwerken. Gehen Sie z.B. auf Abendveranstaltungen für Produktmanager (ProductTank, …) einfach um präsent zu sein und Ihr Unternehmen überhaupt in den Köpfen als möglichen Arbeitgeber zu verankern.
  • Werden Sie aktiv: Sprechen Sie Produktmanager aktiv an. Klar gilt es hier die Regeln des guten Geschmacks zu beachten. Aggressives Abwerben fällt irgendwann auf einen zurück. Wenn man jedoch Produktmanager freundlich anschreibt und niemandem auf die Nerven fällt ist das ein valider Weg.
  • Denken Sie langfristig: Sollten Sie öfter Produktmanger brauchen macht es auch Sinn langfristige Beziehungen aufzubauen. Vielleicht will der Mitarbeiter jetzt gerade nicht wechseln. Aber wenn sie das Unternehmen und das Produkt spannend darstellen erinnert die Produktmanagerin sich vielleicht beim nächsten Wechsel an ihr Unternehmen. Machen sie also deutlich, dass der Kandidat sich jederzeit nach einer Stelle erkundigen kann.
  • Suchen Sie im Ausland: Deutsche Firmen sind aus ganz verschiedenen Gründen interessant für ausländische Mitarbeiter. Solle es kein Problem für ihr Unternehmen sein, englischsprachige Mitarbeiter einzustellen ist das eine wichtige Alternative.

4. Den richtigen Produktmanager wählen

Wie bei jeder Einstellung sollten Sie prüfen ob der potentielle Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen, ihren Werten und ihren bisherigen Mitarbeitern passt. Das versteht sich von selbst.

Darüber hinaus ist es wichtig sicherzustellen, dass die Produktmanagerin das richtige Mindset mitbringt. Dazu hat Daniel Neuberger einen schönen Artikel geschrieben. Oder man folgt den Tipps von Ken Norton. Er schildert in seinem Artikel “how to hire a produktmanager” anschaulich worauf es ankommt.

Außerdem gilt es ihr Rollenverständnis sowie das Aufgabenfeld mit dem Kandidaten abzugleichen. Verschaffen Sie sich außerdem einen Eindruck über die echte Arbeitsweise indem Sie eine Aufgabe aus dem Arbeitsalltag stellen. Kann die Produktmanagerin eine Lösung für ein konkretes Problem präsentieren? Kann sie Sie überzeugen, dass die von ihr angedachte Lösung sinnvoll und machbar ist? Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Entwickler und müssten verstehen, was Sie hinterher genau entwickeln sollen. Ist ihnen das klar geworden?

Mit diesen Tipps bleibt es eine schwere Aufgabe Produktmanager zu finden. Trotzdem ist es möglich. Und mit diesen Tipps hoffentlich auch ein wenig leichter.

Wir von produktbezogen unterstützen euch gern bei der Suche nach einer geeigneten Kandidatin / einem geeigneten Kandidaten. Mit unserem Blog erreichen wir im Quartal über 30.000 Experten aus UX und Produktmanagement und über unser Job-Board könnt ihr eure Stellenangebote für diese Experten sichtbar machen: Job-Angebot einstellen.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Medium erschienen.

Über Petra Wille

Petra Wille ist seit 2013 als freiberufliche Produktmanagerin tätig und arbeitet für Ihre Kunden an neuen Produktideen: immer mit agilen Projektmethoden und meist in internationalen, auch verteilten Entwicklungsteams. Außerdem berät und coacht sie Produktmanager und vermittelt Methoden und Handwerkszeug für ein professionelles, dynamisches Produktmanagement. Neben Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist Petra Wille begeisterte Kitesurferin, schreibt für produktbezogen.de und organisiert die größte, deutsche Produktkonferenz MTP Engage.

4 Kommentare

  1. Christian

    Fehler 404 hinter dem Dropbox Link

    Guter Artikel, hilft auch vorweg bei der Fragestellung „Wissen, was man als PM selber will“.



  2. Thorsten Wilhelm

    Vielen Dank für den gelungenen Beitrag.

    Gerne würde ich mehr erfahren zu, Zitat: „Darf der Produktmanager mit Nutzern und Kunden sprechen?“

    Diese Frage in Deinem Test hat mich beim Lesen richtig erschrocken, verblüfft. Ich musste echt 3 Mal lesen, ob ich ggf. etwas falsch aufnahm. Könntest Du erläutern, warum diese Frage überhaupt zu stellen ist. Gibt es tatsächlich Produktmanager, denen man das verwährt, verwähren kann?

    Ergänzend möchte ich noch etwas aus meiner Erfahrung zur Personalauswahl (und auch Entwicklung) bei eresult beisteuern.

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht den Bewerber im Gespräch auch danach zu fragen was ihn antreibt, was er unter „Karriere machen“ versteht und was ihm dabei wichtig ist.

    Zudem gehe ich ab und an auch gerne die 11 Dimensionen aus dem Bochumer Inventar für berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale durch, erfrage von dem Bewerber / der Bewerberin wie er / sie sich in Bezug auf jene Persönlichkeitsmerkmale selbst einschätzt.

    Beides hilft zu erkennen ob der Bewerber / die Bewerberin von der Persönlichkeit her auf die Stelle, Rolle, Aufgaben und auch ob er / sie ins Team passt. Zudem erkenne ich dann schon recht gut, ob er / sie dauerhaft im Unternehmen glücklich werden wird (oder nicht).


  3. Petra Wille Artikelautor

    Hallo Thorsten,

    die Frage mit den Kundenkontakt ist eher nach innen gerichtet. Zur Selbstreflektion sozusagen. Die Bewerber erwarten heute, so meine Erfahrung, zu 100% dass sie mit Kunden/Nutzern sprechen werden dürfen. Leider treffe ich nach wie vor SEHR VIELE Firmen bei denen das aber noch nicht (reibungslos) funktioniert. Und das führt, nach erfolgter Einstellung oft zu Unzufriedenheit beim neuen Mitarbeiter.

    Und danke, dass du deine Lieblingspunkte noch ergänzt hast!! Toll.

    Liebe Grüße!


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