produktbezogen-Podcast – Episode 01:Produkt vs. Projekt

Willkommen beim neuen Podcast von produktbezogen. In unserer ersten Episode geht es um Produkt vs. Projekt und wir gehen auf einige der wichtigsten Unterschiede ein. Obwohl Produktmanagement und Projektmanagement sehr ähnlich klingen handelt es sich um sehr unterschiedliche Disziplinen mit unterschiedlichen Zielen und Vorgehensweisen. Dabei gehen wir auch auf das Thema Product Discovery als eine vitale Vorgehensweise für Produktmanager ein. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören.

Da dies unser erster Podcast ist, freuen wir uns sehr über Feedback: Falls es euch gefallen hat, ihr Verbesserungswünsche oder Themenwünsche habt, schreibt gerne ein Kommentar.

Im Folgenden findet ihr noch das Transkript des Podcasts und alle relevanten Links.

Transkript der Episode

Produkte und Projekte verfolgen verschiedene Ziele (00:57–03:44)

Unterschiede werden besonders deutlich wenn wir uns einmal vor Augen führen wann eigentlich ein Produkt erfolgreich ist und wann ein Projekt erfolgreich ist.

Wann feiert ein also Projektmanager ein erfolgreiches Projekt?

Ein Projekt ist erfolgreich wenn es innerhalb des definierten Zeit- und Budgetrahmens fertiggestellt wird und die gesammelten Anforderungen umgesetzt wurden. Ein Projektabschluss ist oft gleichbedeutend mit Projekterfolg. Die wichtigsten Kennzahlen für einen Projektmanager sind time, scope und Budget.

Wann feiert ein Produktmanager ein erfolgreiches Produkt?

Natürlich sind Kennzahlen wie Time, Scope und Budget auch im Produktmanagement wichtig sind aber nicht entscheidend. Denn ein Produkt welches innerhalb von Time, Scope und Budget fertiggestellt wird aber dann nicht gekauft oder genutzt wird ist ein Misserfolg.  Erfolg ist wenn das Produkt erfolgreich ist also nach der Umsetzung gekauft und/oder genutzt wird.

In der Managementliteratur ist das kein neues Konzept. Es ist die Unterscheidung zwischen Output und Outcome. Leider noch zwei sehr ähnlich klingende Begriffe aber für eine Unterscheidung sehr wichtig.

Beispiel  Harvard Business Review: „Der Output des Unternehmens ist wie viele Kilometer Autobahn gebaut oder repariert wurden. Das Outcome ist die Wirkung die damit erreicht wird also zum Beispiel ein besserer Verkehrsfluss, schnellere Transitzeiten oder weniger Unfälle”

Das Ziel von Projekten ist Output, es geht also um das was wir produzieren.

Das Ziel von Produkt dagegen ist Outcome, also was mit dem produzierten beim Nutzer erreicht wird.

Verschiedene Vorgehensweisen im Produktmanagement und Projektmanagement (03:44–05:54)

Als Produktmanager will ich das Risiko das falsche Produkt zu bauen minimieren und die Wahrscheinlichkeit Outcome zu generieren erhöhen. Eine gute Idee kein Indikator für eine erfolgreiche Idee. Niemand kann im Vorfeld Wissen ob eine Idee erfolgreich sein wird oder nicht. Nur durch die Validierung mit relevanten Nutzern kann die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg gesteigert werden. Ich möchte also bevor ich etwas baue wissen ob es genutzt und gekauft werden wird. Dafür baue ich Prototypen meines Produkts und validiere meine Lösungsansätze  mit Nutzern.

Für diese Art der Validierung werden im Bereich der Softwareentwicklung viele Bezeichnungen verwendet:

  • Jeff Patton und Marty Cagan nennen es Product Discovery
  • Google nutzt die Terminologie: fake it before you make it
  • AirBnB nennt es: Build things that don’t scale then build things that do scale
  • Design Thinking und Design Sprint

Viele Bezeichnungen für die gleiche Sache. Nämlich etwas möglichst günstig mit Prototypen zu validieren bevor ich es teuer baue.

Projekte dagegen sind auf eine effiziente Umsetzung ausgerichtet. Zumeist werden alle zur Verfügung stehende Ressourcen des Projekts eingesetzt und meist ist die dahinterliegende Idee ist nicht validiert. Nutzerzentrierte Vorgehensweisen wie z.B. Nutzertests oder Nutzerinterviews werden bei Projekten zwar teilweise durchgeführt aber mit dem Ziel die bereits bestehende Idee für die Umsetzung zu konkretisieren aber nicht um die grundsätzliche Idee zu validieren und in Frage zu stellen.

Erst nach live gang wird festgestellt ob das richtige Produkt gebaut wurde also ob das Produkt gekauft oder genutzt wird. Ein solches Projekt ist damit der teuerste Prototype den man sich vorstellen kann.

Auswirkung auf Struktur und Verantwortlichkeit der Teams (05:54–06:51)

Unterschiedlichen Vorgehensweisen haben auch Auswirkung auf die Struktur und Verantwortlichkeiten der Teams:

Projekte werden mithilfe von temporären projektspezifischen Teams umgesetzt.  Ein Projektteam ist Solution Owner und für die Umsetzung einer bereits weitgehend definierten Lösung verantwortlich.

Produkt bedeutet langfristige (dedicated) Teams die für einen bestimmten Bereich oder für ein bestimmtes Thema selbst verantwortlich sind. Autark agierende und handlungsfähige Teams die validieren und schnell auf das gelernte reagieren können.

Ein Produktteam ist Problem Owner ist also für ein Nutzer Problem oder Nutzer Bedürfnis verantwortlich. Die Lösung wird vom Team definiert und auch umgesetzt.

Produkt und Projekt sind verschiedene Werkzeuge (06:51–07:30)

Produkt und Projekt sind verschiedene Werkzeuge. Es gilt das richtige Werkzeug für die jeweilige Aufgabe einzusetzen.

Wenn ein Lösungsansatz offensichtlich oder bereits validiert ist macht eine Projekt orientierte und auf Effizienz getrimmte Umsetzung Sinn.

Bei einem ungewissen Lösungsansatz ist ein produktbezogener Ansatz notwendig der Raum zum experimentieren und validieren ermöglicht.

Zum Podcast passende Artikel auf produktbezogen:

Quellen

Literaturempfehlung zum Thema

Musik

Über Daniel Neuberger

Gründer und Content Creator bei produktbezogen. “Think lightly of yourself and deeply of the world” Miyamoto Musashi

4 Kommentare

  1. Felix

    Hi produktbezogen-Team.

    Vielen Dank für den Podcast und die Bestrebung dahinter, weitere zu erstellen und zu veröffentlichen. Als aufmerksamer Leser eures Blogs freut mich das besonders, da ich in nächster Zeit viel mit dem Auto unterwegs sein werde. Da sind Podcasts perfekt.

    Kleinere Wünsche/Feedback zum ersten Podcast:
    – Ich vermute, ein Mikrofon-Windschutz (Pop-Schutz?) wäre hilfreich, um das Übersteuern bei „sp“-Lauten zu unterdrücken.
    – Die Musik am Anfang war etwas lang. Sprecht gerne den Text schon etwas früher ein.
    – Bitte achtet nach der Transkription auf die Rechtschreibung des Textes ;-)

    Ansonsten gefiel mir das Thema und der Inhalt gut und freue mich schon auf mehr!

    Grüße aus Köln,

    Felix


  2. Daniel Neuberger Artikelautor

    Hi Felix,

    super, vielen Dank für dein Feedback!

    – Pop-Schutz steht auf der Einkaufsliste und wird ab Episode 4 zum Einsatz kommen (Episode 2 und 3 sind schon produziert).
    – Länge der Musik am Anfang finde ich eigentlich okay. Werde ich mir aber auch bei Episode 4 nochmal genau anhören.
    – Transkription braucht auf jeden Fall bessere Rechtschreibprüfung: Check!

    In der Woche vom 22. bis 26. Oktober legen wir Episode 2 nach.
    Hoffe wir werden ein unterhaltsamer und informativer Bestandteil deiner Autofahrten.

    Viele Grüße nach Köln

    Daniel


  3. Jörg

    Hallo,
    Schön, auf diesem Weg mal wieder etwas von Dir, lieber Daniel, zu HÖREN- willkommen im Podcaster-Universum! ;)

    Freue mich über Eure Idee, Eure Inhalte jetzt auch als Podcast zu verbreiten – denn auch wenn ich Euer Blog natürlich auch mit-verfolgt habe, so sind Podcasts einfach mehr „mein Medium“.

    Eure Audioqualität ist insgesamt sehr gut (vor allem für die erste Folge, in der man ja oft erst noch mit dem Audio-Setup und der DAW kämpft ;)) – schliesse mich Felix an, ein Pop-Schutz könnte die Qualität noch ein bisschen verbessern, weil die harten Konsonanten dann nicht so knallen. Aber hört sich ansonsten gut und angenehm.

    Bin gespannt, was da noch kommt.

    Viel Erfolg weiterhin & viele Grüße aus Nürnberg,
    Jörg


  4. Daniel Neuberger Artikelautor

    Hallo Jörg,

    Mensch, schön von dir zu lesen :-)

    Herzlichen Dank für dein Feedback!

    Tonqualität war wirklich gar nicht so einfach. Vor allem bei Interviews (Episode 3 kommt im November und ist ein Interview mit Barry O’Reilly zu seinem neuen Buch Unlearn) ist es besonders schwierig.

    Hoffe die nächsten Episoden gefallen dir auch. Aber auch wenn nicht, wir freuen uns immer über Feedback :)

    Hoffe dir gehts gut und Viele Grüße

    Daniel


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit Absenden des Kommentars stimmst Du der Speicherung deiner persönlichen Daten (Name, eMail-Adresse, Webseite und Nachricht) durch uns bis auf Widerruf zu. Zur Vermeidung von Spam und zur rechtlichen Absicherung wird deine IP für 2 Monate gespeichert. Ebenfalls zur Vermeidung von Spam werden diese Daten einmalig an Server der Firma Automattic inc. geschickt. Zur Darstellung eines Nutzerbildes wird die eMail-Adresse im pseudonymisierter Form an Automattic inc. übermittelt. Wenn du einen oder beide Haken für die eMail-Benachrichtigungen setzt, wird deine eMail-Adresse bei Automattic inc. gespeichert. (Datenschutzerklärung)

Du hast noch viel mehr zu erzählen?

Dann schreib doch einen eigenen Artikel auf produktbezogen.

Artikel vorschlagen →