Wie ein ukrainisches Online-Unternehmen während des Krieges arbeitet

Als ob die Corona-Pandemie nicht schon schlimm genug war, brach über die Ukraine am 24.02.2022 die Hölle herein. Remote zu arbeiten war man schon gewohnt, aber die Grausamkeiten und Brutalitäten eines Krieges? In diesem Beitrag möchten wir euch einen Einblick geben, wie wir bei Serpstat es schaffen, trotz Krieg weiter für unsere Kunden da zu sein..

Vieles ist anders

Die russische Invasion hat das Leben der Ukrainer auf grundsätzliche Art und Weise verändert. Auch die Arbeitsabläufe in Unternehmen sind in vielerlei Hinsicht gestört. Dennoch, so verbissen wie sich die Armee wehrt, so unerschütterlich arbeiten auch viele Unternehmen weiter. 

Serpstat, SEO Made in Ukraine

Serpstat, 2016 in Odessa gegründet, ist eine multifunktionale Plattform für Marketologen, SEO, PPC und digitale Spezialisten und beschäftigt 80 Mitarbeiter. Heute leisten die  Mitarbeiter aber auch ihren Dienst in der Armee oder in der Territorialverteidigung, unterstützen ehrenamtlich oder koordinieren Freiwillige und sind in der Informationsbranche tätig, um die Wahrheit über den Krieg in der Ukraine zu verbreiten. 

Das Unternehmen und seine Mitarbeiter engagieren sich – neben dem normalen Geschäftsbetrieb inkl. Weiterentwicklung und Produktlaunches – insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Unterstützung von Freiwilligeninitiativen
  • finanzielle Unterstützung der Streitkräfte
  • Konfrontation mit Russland im Informationsbereich
  • Aufrechterhaltung der Rentabilität des Unternehmens
  • Sicherung von Arbeitsplätzen in Kriegszeiten
  • Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft

Ein gehöriger Einsatz, den einer der Mitarbeiter auf den Punkt bringt:

„Wir schlafen vier bis fünf Stunden am Tag, aber alle sind sehr motiviert. Ich kenne Leute, die in Charkiw aus Luftschutzbunkern arbeiten, also habe ich kein Recht, mich zu beschweren.

Und die Mitarbeiter?

Die Sicherheit der Mitarbeiter hat für Serpstat oberste Priorität. Sie werden unterstützt, wenn sie aus umkämpften Regionen flüchten müssen. Zudem wurden Datenbanken für Freiwilligenzentren, Mietwohnungen und andere essenzielle Infos aufgebaut. Weiter betreibt das Unternehmen einen Chat für den Informationsaustausch.

Umgang mit dem Krieg 

Neben der persönlichen Sicherheit gilt es auch die finanzielle Stabilität des Unternehmens und der Mitarbeiter zu wahren. Kein leichtes Unterfangen, inmitten des Schreckens, der auch psychologisch belastend ist. 

Daher hat das Unternehmen tägliche virtuelle Meetings mit zertifizierten Psychologen eingeführt. Um den Mitarbeitern finanziell bestmöglich zu helfen, wurde auch die Gehaltszahlung auf vorschüssig umgestellt, wie CEO Ekaterina Kabakova erklärt. 

Auswirkungen auf das Geschäft

Die ukrainische Wirtschaft war bisher eng mit der russischen verbunden. Durch den Krieg ist dieser Markt weggefallen. Serpstat hat von sich aus schon sehr früh russische Kunden blockiert und deren Zugänge zum Tool stillgelegt. „Als ukrainisches Unternehmen konnten wir keine weiteren Geschäfte mit dem Land führen, das mit Flugzeugen und Raketen unsere Städte zerstört und Mitmenschen tötet.“, so Kabakova. 

Doch auch ein beträchtlicher Teil der Erträge durch inländische Kunden ging verloren, weshalb der Schritt in ausländische Märkte gewagt wurde. Doch dabei soll auf die Ukraine nicht vergessen werden, weshalb ein Unterstützungsprogramm für ukrainische Unternehmen gestartet wurde. Oleg Salamaha, der Gründer des Unternehmens, plant für die Zeit des Wiederaufbaus Schulungen, damit Ukrainer Geschäftsmöglichkeiten mithilfe von Suchmaschinen entdecken und entwickeln können. 

Arbeitsabläufe mussten geändert werden

Da die Tools des Unternehmens weiterentwickelt und Kunden betreut werden wollen, mussten Änderungen im Arbeitsablauf implementiert werden. So gibt es etwa keinen fixen Arbeitszeiten mehr; einzig ein obligatorisches tägliches Meeting mit fixer Uhrzeit. Serpstat-CTO Vitaly Maslyaninov erklärt:

„Ansonsten bestimmen unsere Mitarbeiter ihre Arbeitszeit selbst. Die Jungs arbeiten in Zeiten häufiger Alarme in Luftschutzbunkern. Einige konnten nicht evakuiert werden und arbeiten dennoch von den besetzten Städten aus, wo der Internetzugang noch erhalten geblieben ist.“

Auch die persönliche Autonomie wurde vergrößert. „Wenn man warten muss, entscheidet man selbst.“, ergänzt CPO Alex Danilin.

Konzentration auf Kurzfristiges

Aktuell konzentriert man sich bei Serpstat auf diejenigen Aufgaben, die kurzfristige Ergebnisse bringen. Produkthypothesen werden schneller umgesetzt, und nach dem erfolgreichen Test erzeugen sie den maximalen Nutzen für die Kunden. Mittlerweile wurden alle dringenden Aufgaben umgesetzt, damit die Plattform weiterhin reibungslos funktioniert.

Bedingt durch die Umstände liegt aktuell die Konzentration auf kleineren Features, die den Usern bereits nach kurzer Zeit Ergebnisse bringen können, wie auch ihr euch mittels einer siebentägigen Probeversion überzeugen könnt. Interessante Einsichten in die Interessen der Menschen in verschiedenen Ländern liefert das Tool alle Mal. Etwa, wonach die Menschen vor und nach dem russischen Überfall suchten. 

Wie geht es weiter?

Einige Mitarbeiter haben sich den Truppen angeschlossen, sodass die Tätigkeiten auf die verbliebenen Mitarbeitern aufgeteilt wurden. Doch ebenso wenig wie an der Front aufgegeben wird, wird auch nicht im Unternehmen aufgegeben.

Jeder von uns arbeitet jetzt mit aller Kraft. Und jeder von uns glaubt daran, dass jede geschriebene Codezeile und jedes Feature unseren schnellen Sieg einen Schritt näher bringen.“

so Kabakova. 

Auch ihr könnt helfen

Wenn ihr Serpstat unterstützen möchtet, so könnt ihr den oben genannten siebentägigen Probezugang nutzen. Serpstat hat auch eine Seite eingerichtet, wo ihr für die Verteidiger spenden können. Serpstat tut sein Bestes, um seinen Mitarbeitern, seinen Kunden und seinem Land zu helfen und um es nach dem Ende des Horrors wieder aufzubauen. 

Über Daria Ahieieva

Daria Ahieieva ist Outbound- und Inbound-Redakteurin bei Serpstat. Sie engagiert sich in Content-Kooperationen mit Influencern, Blogs und Medien in der SEO-Nische. Als erfahrene Content-Erstellerin arbeitet Daria mit allen möglichen Content-Formaten: von Interviews und Fallstudien bis hin zu analytischen Studien auf Basis von Serpstat-Daten.

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