Lesenswert: Die besten Links des Jahres 2018

Weihnachten ist kaum mehr zwei Wochen weg und damit neigt sich auch 2018 endgültig dem Ende zu. Traditionell wollen wir euch im letzten Lesenswert-Artikel des Jahres die besten Links aus den letzten zwölf Monaten zusammenfassen. Die Sammlung haben mit ein paar frischen Fundstücken garniert, damit auch diejenigen etwas von diesem Artikel haben, die alle Links aus den vorangegangenen zehn Lesenswert-Artikel gelesen haben. 😉

Bevor es mit dem Best-Of losgeht, wollen wir kurz auf 2018 zurückblicken. Es war auf jeden Fall ein bewegtes Jahr für uns, welches mit unserem Relaunch und der Neuausrichtung Anfang Oktober nochmal richtig an Fahrt gewonnen hat.

Insgesamt haben wir in diesem Jahr 42 Artikel veröffentlicht, darunter als Premiere unsere ersten drei Podcasts. Neben der produktbezogen-Redaktion haben insgesamt elf Gastautoren Artikel beigesteuert. Ein riesengroßer Dank geht darum an Britta UllrichMarcel SemmlerChristian BeckerHendrik HemkenDaniel WesselHans-Joachim BelzPhilip SteenAnna-Lena KönigStephanie WeberDirk Dobiéy und Thomas Köplin. Ein wenig Bewegung hat es auch im Redaktionsteam gegeben. Daniel hat sich als Auslandskorrespondent für ein Jahr nach Neuseeland abgesetzt und sich von dort aus vor allem mit Podcasts gemeldet. Unsere Mimi hat leider aus Zeitgründen das Team verlassen.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns gelesen, verlinkt, geteilt, empfohlen haben, die Artikel beigesteuert oder Job-Anzeigen gebucht haben. Wir wünschen uns und euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein friedliches neues Jahr ohne Stress und Hass. Für unseren Blog wünschen wir uns, dass die tolle Entwicklung weiter geht und wir 2019 vielen spannenden Content bringen können. Falls ihr also etwas interessantes zu berichten habt, reicht doch einfach was ein!

Das produktbezogen-Team verabschiedet sich hiermit in die Weihnachtspause. Spätestens in der zweiten Januar-Woche lest ihr dann wieder Neues von uns.

Feiert und erholt euch schön,
Inken, Petra, Daniel, Rainer und Wolf

🎄

Zitat des Jahres

The path from „works somehow“ to „amazing user experience“ is paved with hundreds of details that, when looked at individually, seem completely unimportant.
– Rupert Platz

Das Beste zu Produktmanagement

Must read!Must Read: Im Scheitern liegt in der Regel mehr Lernenswertes als in Erfolgs-Stories. Trevor Owens beschreibt in entwaffnender Offenheit und in vielen Details das Scheitern seines Startups Lean Startup Machine. Und wie er und seine Mitgründerin das daraus Gelernte genutzt haben, mit Javelin doch noch ein erfolgsversprechendes Produkt herauszubringen.

Das Beste zu User Experience Design und Research

Must read!Double Must Read: Wenn einen sein Management bittet, dem Wert von UX zu beziffern, sollte man am Besten das Unternehmen verlassen. UX-Urgestein Alan Cooper („The inmates are running the asylum“) über den Wert von UX für ein Unternehmen und warum man als UXer diese Frage vor allem für sich selbst beantworten sollte. Jared Spool hat sich daraufhin berufen gefühlt, den Artikel von Alan Cooper zu kommentieren und ergänzen. Alan habe im Kern recht, aber den Rat, sein Unternehmen zu verlassen, können nur privilegierte UXer befolgen. Nicht jeder hat die Möglichkeiten oder die Mobilität, einfach so zu einem Arbeitgeber zu wechseln, bei dem UX ausreichend wertgeschätzt wird. Stattdessen gibt es Möglichkeiten, sich die Wertschätzung zu erkämpfen. Wer den ersten Artikel gelesen hat, sollte unbedingt hier weiterlesen: Yes, Alan, there is a ROI for UX Design.

  • „Design will kill marketing“ – Marcus Engman, bis vor kurzem Head of Design bei IKEA – möchte Firmen künftig empfehlen ihre Budgets lieber in Design als in Marketing zu stecken. Zu der Thematik passt auch das Interview der WuV mit Julia Peglow zur Zukunft des Brandings: Warum die User Experience zur Marke wird. Und auch bei der Nielsen/Norman Group geht es darum, warum im digitalen Zeitalter die User Experience wichtigstes Element für das Branding wird.
  • In vielen Unternehmen ist der Net Promotor Score das Maß aller Dinge. Jared Spool hat sich den NPS einmal vorgeknöpft und erklärt, warum dieser bestenfalls irrelevant, möglicherweise sogar schädlich ist und wie man als UX-Experte die Situation verbessern kann.
  • Viele Designer verachten Comic Sans. Dabei ist das gar keine so schlechte Schrift, sagt Zoe Rose und deckt den waren Grund auf, warum Designer Comic Sans hassen: Machtverlust.
  • Ethan Marcotte hat sich furchtbar über einen Bericht aufgeregt, in dem sich Architekten für ihren tollen Designvorschlag für die Mauer zwischen Mexico und den USA feiern. Kann denn ein solches Design jemals „gut“ sein? Ist unser Werk als Designer unabhängig von seinen Auswirkungen und Intentionen in der echten Welt? Ethan will dem nicht zustimmen und appelliert an unser Verantwortungsbewusstsein als Designer.
  • Früher war man ja schon froh, wenn ein Link die Farbe gewechselt hat, wenn man die Maus drüber gehalten hat. Heute sind Animationen und Übergänge im User Experience Design ein immer wichtigeres Hilfsmittel. Das UX in Motion Manifesto ist ein wirklich großartiges Grundlagendokument, in dem die grundlegenden Prinzipien und Patterns von UI-Animation erklärt werden.
  • Google hat einige praktische Methodensammlungen für UXer ins Netz gestellt: Einerseits den praktischen User-Research Field-Guide für Startups und andererseits einen recht umfassenden Methodenkoffer für Design Thinking und Design Sprints.
  • Design Sprints sind bereits „by the book“ eine sehr effektive Vorgehensweise. Nichts desto trotz kann man diese Vorgehensweise auch noch verbessern. Jonathan Courtney blickt zurück auf 350 Sprints und hat einige Optimierungsideen für bessere Design Sprints.
  • Dass Nutzer Veränderungen hassen, ist ein gern geäußerter Mythos. Jared Spool klärt uns auf, warum Nutzer wirklich oft negativ auf Veränderungen reagieren: So hassen sie, dass sie die Bedienung von Produkten neu lernen müssen, ohne dass es einen merkbaren Mehrwert für sie gibt. Besser ist es, wenn man dem Nutzer die Chance gibt, die Veränderung eigenverantwortlich anzunehmen.
  • Gute Typographie ist vor allem Handwerk. Eine nette kleine Anleitung zu besserer Typographie, die dankenswerterweise auch auf deutsche Typo-Eigenheiten (z.B. Gedankenstrich als EN-Dash statt EM-Dash) eingeht, gibt es auf TypoGUI.

Das Beste zu Design Systemen

Weil es in diesem Jahr echt viel Content zu Design Systemen gab, habe ich dafür einen eigenen Abschnitt aufgemacht.

  1. Die meisten Design Systeme sind eigentlich nur stinknormale Pattern Libraries, sagt Emmet Connolly von Intercom. Darum sollte man danach streben, die Pattern-Denke auf jeden Aspekt seines Produkts auszuweiten und so ein Full-Stack-Design-Systemerschaffen.
  2. Josh Clark erklärt, warum die besten Design Systeme langweilig sind.
  3. Ein Design System zu bauen ist schwierig genug. Yesenia Cruz hat allerdings ein Design System für 8 Marken (u.a. The Verge) mit über 350 Seiten gebaut und ihre wirklich spannenden Erkenntnisse in diesem Slide Deck geteilt: Building Flexible Design Systems.
  4. Auch Brad Frost hat sich einige gute Gedanken dazu gemacht, wie man generische Design-Systeme baut, die sich für unterschiedliche Marken oder Einsatzzwecke „themen“ lassen.
  5. Was macht man eigentlich, wenn jemand vom grad erst mühsam aufgebauten Design System abweicht? Ethan Marcotte hat ein paar Gedanken dazu. (Spoiler: Es ist nicht bestrafen).

Das Beste zu Innovation

Must read!Must Read: Vor zwei Wochen wurde verkündet, dass die CeBit ab dem kommenden Jahr nicht mehr stattfinden wird. Sascha Lobo, der zeitweise auch die Messe beraten hat, beschäftigt sich mit den Gründen für das Scheitern. Während es in dem Artikel vordergründig (und vielleicht etwas zu verallgemeinernd) um die CeBit geht, ist der Artikel doch eine schöne Analyse, warum traditionelle Unternehmen so oft mit der Digitalisierung scheitern. Sascha Lobo verpackt seine Erkenntnisse dabei in einige zitierenswürdige Sätze, wie z.B.: „Die wichtigste Digitalveranstaltung in Deutschland hat die eigene digitale Transformation nicht geschafft, was für ein trauriges, aber auch passendes Zeichen. Und die Verantwortung dafür trug keine einzelne Person, nicht die Gesellschafter, nicht die verschiedenen Vorstände und schon gar nicht die Mitarbeiter. Sondern die urdeutsche Überzeugung, dass die wirtschaftlichen Erfolgsrezepte von gestern und heute – auch morgen noch funktionieren werden.“

Das Beste zu Unternehmens- und Tech-Kultur

Must read!Must Read: Welche Faktoren machen Mitarbeiter und Teams erfolgreich? Google hat eine umfangreiche Studie über seine Angestellten durchgeführt und zwei absolute Top-Faktoren identifiziert: Gute Kommunikationsfähigkeit und ein Umfeld, dass einem emotionale Sicherheit gibt. Ob ein Mitarbeiter einen Abschluss von einer Top-Uni hat, ist dagegen vollkommen egal.

Die meistgelesenen produktbezogen-Artikel 2018

  1. Tools für Produktmanager – Teil 3: Agile Produktentwicklung
  2. Produktbezogene Jobs im Porträt – der User Experience Designer
  3. Sag mal… wie priorisierst du eigentlich? 10 Techniken für klare Entscheidungen.
  4. 19 Konferenz-Tipps für Produktmanager, Designer und UX-Experten
  5. Design Systems 101 – Teil 1: Warum braucht man eine Pattern Library?
  6. Wie viel verdient ein UX Designer?
  7. Die Geheimwaffe unter den Retrospektiven – das Teamradar
  8. Meetings müssen keine Zeitverschwendung sein!
  9. Wie viel verdient ein Produktmanager?
  10. Product Roadmap – von der Vision zur Realität

Da wir in diesem Jahr zu Freude vieler mit dem Podcasten angefangen haben, gibt es als Bonus auch noch unseren meistgehörten Podcast des Jahres:

(zum Artikel)

Tweet des Jahres

Schaubild des Jahres

The very last click

Einer eurer guten Vorsätze für 2019 ist, dass ihr euch mehr im beruflichen Alltag einbringen wollt? Dann sind hier 20 Tricks, wie man besonders schlau in Meetings wirkt:

Jetzt ist aber Schluss! Schöne Weihnachten euch allen!

Über Wolf Brüning

Wolf arbeitet als Executive UX Designer in der Abteilung User Experience der OTTO GmbH & Co KG und kümmert sich hier mit seinen Kollegen um Konzeption und Interaktionsdesign der vollständig inhouse entwickelten eCommerce-Plattform des Konzerns. Vor seiner Hamburger Zeit hat Wolf in verschieden Web- und Usability-Agenturen gearbeitet und in Magdeburg Computervisualistik studiert. Wolf ist Mitgründer von produktbezogen.de und kümmert sich neben den Inhalten auch um Design und Technik des Blogs.

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