Tools für Produktmanager – Teil 3: Agile Produktentwicklung

Ein Produktmanager muss sich im Arbeitsalltag um viele Dinge kümmern:

  • Anforderungen und Ideen müssen erhoben und gesammelt werden
  • Das Entwicklungs-Team muss mit User-Stories versorgt werden, die letztlich Lösungen für die Anforderungen bieten
  • Die Produktstrategie muss weiter entwickelt und in Form einer Product Roadmap in greifbare Form gebracht werden
  • Releases müssen geplant werden… und vieles mehr.

Damit dies alles möglichst übersichtlich und effizient gelingt, kann man als Produktmanager auf die Tools und Anwendungen unterschiedlichster Anbieter zurückgreifen, die einem bei der agilen Produktentwicklung unter die Arme greifen sollen.

Doch welches dieser Tools eignet sich für welche Aufgaben? Wie funktionieren die Tools und was kosten sie? Nachdem ich im letzten Teil unserer Serie „Tools für Produktmanager“ über verschiedene Customer Feedback Tools geschrieben hatte, möchte im dritten Teil einen Überblick über Tools für die agile Produktentwicklung geben.

Anforderungen an ein Tool für die agile Produktentwicklung

Doch zunächst noch einmal zurück zu den Anforderungen, die ein solches Tool erfüllen muss. Natürlich hat jedes Unternehmen, jedes Team und letztlich auch jeder Produktmanager mehr oder weniger unterschiedliche Herangehensweise und dadurch auch Anforderungen. Ich erhebe daher ausdrücklich keinen Anspruch an Vollständigkeit, wenn ich beschreibe, was ein ideales Tool für mich können sollte:

  • Anforderungen und Ideen sammeln, verwalten und priorisieren
    Als Produktmanager prasseln jeden Tag neue Anforderungen, Ideen und Wünsche von unterschiedlichster Seite auf uns ein. Seien es die Kollegen aus Vertrieb, Marketing, Kundensupport oder anderen Abteilungen, die Geschäftsführung, oder natürlich unsere Nutzer und Kunden. Jeder hat eine Idee dazu, was unser Produkt noch können sollte. Als Produktmanager hören wir uns all diese Vorschläge an, filtern sie vor – und benötigen für die interessanten und relevanten Anforderungen eine Möglichkeit, diese in einer übersichtlichen Form zu sammeln, zu verwalten und zu priorisieren, damit sie später näher evaluiert und schließlich in die Umsetzung gegen werden können.
  • Product Backlog erstellen und verwalten
    Für die verschiedenen Ideen und Anforderungen werden – idealer Weise in einer Product Discovery – Lösungsansätze und Konzepte entwickelt, die nach der Validierung in Epics, User Stories und Tasks gegossen werden. Diese Stories und Tasks müssen spezifiziert werden, es werden Prototypen, Designs und weitere Artefakte erstellt, die zusammen mit der Story gespeichert werden müssen. Aus der Menge an User Stories ergibt sich dann der Product Backlog. Dieser muss übersichtlich und leicht zu überschauen sein und einzelne Stories müssen einfach umpriorisiert, bearbeitet oder gelöscht werden können
  • Sprints planen und durchführen
    Der priorisierte Product Backlog soll durch das Team nach und nach in Sprints (bei Scrum; bei Kanban kontinuierlich) abgearbeitet werden, sodass das Produkt erweitert oder optimiert wird. Hierfür müssen einzelne Stories aus dem Backlog selektiert werden können. Für die Sprintplanung ist es wichtig, dass Story Points vergeben werden können, damit sich anschließend auch die Velocity des Teams messen lässt. Außerdem sollten sich Stories in Unteraufgaben unterteilen lassen, damit sich der Fortschritt besser und transparenter nachvollziehen lässt. Im Sprint müssen die verschiedenen Team-Mitglieder an den Stories und Tasks arbeiten können. Hierzu ist es wichtig, dass sich eventuelle Fragen und die Antworten darauf direkt dokumentieren lassen; nur so haben alle Team-Mitglieder immer alle notwendigen Informationen zur Hand. Der Fortschritt in der Abarbeitung sollte im Tool ebenfalls nachvollziehbar sein sodass frühzeitig klar wird, ob das Sprintziel erreicht werden kann oder nicht. Am Sprintende sollte klar ersichtlich sein, welche Stories fertiggestellt wurden und welche im nächsten Sprint bearbeitet werden müssen.
  • Product Roadmap planen und verwalten
    Neben der operativen Ebene sollte das ideale Produktmanagement-Tool auch die strategische Ebene abdecken. Es sollte möglich sein, auch eine längerfristige (grobe) Planung durchzuführen, indem beispielsweise Themen oder Epics geplant, grob geschätzt und in eine Reihenfolge – die Product Roadmap – gebracht werden können. Auch hierbei sollte es möglich sein, einzelne Themen oder Epics zu verschieben sowie zu verlänger oder verkürzen… schließlich ist eine Product Roadmap ein lebendes Dokument, das sich nicht sinnvoll in Stein meißeln lässt. Innerhalb der Roadmap sollten sich Meilensteine kennzeichnen und mögliche Releases eintragen lassen.

Sicherlich gibt es noch viele weitere Dinge, die ein Tool für die agile Produktentwicklung bieten sollte… die Liste aller möglicher Anforderungen ist wahrscheinlich ziemlich lang. Da es aber schon kaum Tools gibt, die diese vier Punkte (mit allen Unter-Anforderungen) so umsetzten, wie zumindest ich es mir wünsche, belasse ich es erst einmal hierbei und komme nun zum eigentlichen Thema des Beitrags: die Tools.

Tools für die agile Produktentwicklung

Bevor ich die Tools vorstelle, noch ein kleiner Disclaimer: die folgende (alphabetisch sortierte) Liste und die Informationen zu den Tools darin beruhen weitestgehend auf Recherchen und frei zugänglichen Informationen. Ausprobiert habe ich nur die Tools, die eine kostenlose Testversion zur Verfügung stellen. Wirklich zum Arbeiten genutzt habe ich nur Jira, Trello und Asana. Trotzdem hoffe ich, dass euch die Informationen einen guten Überblick und Einblick geben… und vielleicht kann anschließend jemand über seine Erfahrungen mit einem der anderen Tools berichten.


 

Asana

asana-logoDas erste Tool Asana passt nicht ganz in die Kategorie der agilen Produktentwicklungs-Tools, sondern ist mehr eine sehr schöne und gut bedienbare Anwendung für kollaborative Team-Arbeit. Alleine aufgrund des Interfaces lohnt sich ein ausprobieren! Entstanden als ein internes Tool für die Zusammenarbeit bei Facebook, ist aus Asana mittlerweile ein weit verbreitetes Anwendung geworden, mit der sich leicht Projekte, Aufgaben und die Kommunikation verwalten lassen. Somit kann es auch für die agile Produktentwicklung genutzt werden. Neben einer Web-App bietet Asana dabei ebenfalls sehr ansprechende Apps für iOS und Android an.

Bei produktbezogen nutzen wir Asana übrigens, um unsere Artikel und weitere Aufgaben zu planen.

Beispiel:

asana screenshot

Video:

Pakete und Preise:

  • In der Standard-Version und eine Team-Größe von bis zu 15 Mitgliedern ist Asana kostenfrei
  • Die Premium-Version kostet für 15 Nutzer 50$ pro Monat, für 30 Nutzer 100$, für 50 Nutzer 300$, für 75 Nutzer 550$ und für 100 Nutzern zahlt man 800$ pro Monat

 

Blossom

blossomBlossom ist ein Tool für agiles Projektmanagement, das sich an die Prinzipien von Kanban anlehnt. Das sehr einfach und übersichtlich gehaltene Tool ermöglicht es, Ideen, Anforderungen, Features und Aufgaben in Form virtuellen Karten an einem agilen Board zu sammeln und zu verwalten. Die Karten können in Kanban-typischen Spalten (ToDo, In Progress, Done) oder in frei definierbaren Schritten über das Board geschoben werden. Dabei werden sie übersichtlich gekennzeichnet, wenn einzelne Karten bereit für den nächsten Schritt sind. Zu den Karten lassen sich beliebige Screenshots und Attachments anhängen und Kommentare hinzufügen, die die komplette Kommunikation zu einer Anforderung zu bündeln. Wie in Kanban lassen sich Grenzen für die Anzahl an Aufgaben, die gleichzeitig bearbeitet werden können, angeben.

Insgesamt ist Blossom ein schönes und übersichtliches Tool, mit dem sich ein agiler Entwicklungsprozess einfach abbilden lässt.

Beispiel:

Video

Pakete und Preise:

  • kostenlose Testphase für 14 Tage
  • Startup: 19$ pro Monat für bis zu 5 Team-Mitglieder
  • Company: 59$ pro Monat für bis zu 15 Team-Mitglieder
  • Enterprise: 149$ pro Monat für bis zu 25 Team-Mitglieder

 

Jira Agile und Jira Portfolio

jira_logo_landingJira von Atlassian ist eine sehr umfangreiche und mächtige Anwendung zur Verwaltung von Issues / Tickets. Der Ursprung von Jira liegt eher in der klassischen Software-Entwicklung und im Bug-Tracking. Durch ehemalige Plugins, die mittlerweile fester Bestandteil von Jira geworden sind (aus Greenhopper wurde Jira Agile, aus Roadmaps for JIRA von Radiant Minds wurde Jira Portfolio) ist aus Jira mittlerweile auch ein umfangreiches Tool für agile Produktentwicklung geworden. Mit der Mächtigkeit kommt allerdings auch ein Fluch umher. Jira ist unglaublich komplex, schwer zu administrieren und kann daher echt nerven, gerade wenn ein Workflow mal nicht so eingestellt ist, wie man es benötigt. Deshalb gibt es auch zertifizierte Atlassian-Berater und Coaches.

Nichts desto trotz kenne und nutze ich Jira nun schon über mehrere Jahre und 3 Unternehmen hinweg, einerseits vermutlich aus Gewöhnung, andererseits weil sich gerade mit Jira Agile Backlogs sehr gut verwalten lassen, Sprints planen und an Stories arbeiten lässt. In Kombination mit Confluence, dem sehr guten Enterprise Wiki von Attlassian, lässt sich mit Jira wirklich viel anfangen.. da übersehe ich gerne die Probleme, die die Anwendung ohne Frage mit sich bringt.

Beispiel:

jiraagile-02_whyja_1_flexibleplanning

Video:

Pakete und Preise:

  • Jira gibt es sowohl als Cloud- sowie als Server-Version (zum selber hosten)
  • Zudem gibt es die Pakete Jira (reine Issue-Verfolgung), Jira Agile (plus agiles Projektmanagement) und Jira ServiceDesk (plus die Verwaltung von Service-Anfragen)
  • Jira Agile kostet für 10 Benutzer in der Cloud-Version 20$ pro Monat, in der Server-Version einmalig 20$
  • Für 15 Benutzer zahlt man 75$ pro Monat in der Cloud-Version; ein Pendant für die Server-Version gibt es nicht
  • Teuer wird es ab 25 Nutzern, der nächsten Stufe: die Cloud-Version kostet dann schon 150€ pro Monat, die Server-Version einmalig 1800$
  • Die weiteren Preis-Staffelungen könnt ihr euch im Paket-Überblick ansehen

 

Pivotal Tracker

PivotalTracker_Logo-300x45Pivotal Tracker ist ein agiles Projektmanagement- und Kollaborations-Tool und stammt von dem kalifornischen Unternehmen Pivotal Labs. Das Tool wird als SaaS angeboten und fokussiert auf die Erstellung, Verwaltung, Priorisierung und Bearbeitung von Anforderungen in Form von User Stories bzw. deren Fortschritt in der Umsetzung. Die Verwendung von Pivotal Tracker basiert dabei auf folgendem Prozess: Anforderungen werden erhoben und daraus Stories abgeleitet; die Stories können im Tool geschätzt, priorisiert und dem Backlog hinzugefügt werden; im Anschluss werden die Stories umgesetzt und dabei der Fortschritt getrackt; zum Schluss werden Stories vom Product Owner abgenommen und gelten dann als umgesetzt. Pivotal Tracker bietet zudem Auswertungsmöglichkeiten für die Velocity und in der neusten Version auch die Möglichkeit zur direkten Kommunikation innerhalb der Anwendung.

Beispiel:

Screenshot PivotalTracker

Videos:

Pakete und Preise:

  • 60 Tage kostenlose Testversion (ohne Angabe von Kreditkarten-Daten)
  • Paket Startup: 7$ pro Monat für 3 Team-Mitglieder und 18$ pro Monat für 7 Team-Mitglieder
  • Paket Pro: 50$ im Monat für 10 Team-Mitglieder, 100$ für 25 Team-Mitglieder und 175$ für 50 Team-Mitglieder
  • Pro umfasst unlimitierte Projekte und Speicherplatz, bei Startup ist die Anzahl je nach Preisklasse eingeschränkt

 

ProdPad

Logo ProdPadProdPad ist ein sehr schönes Tool für Produktmanager, mit dem Produkte und Ideen verwaltet und für die Umsetzung vorbereitet werden können. Die Gründer sind zwei Produktmanager, die frustriert waren von der Auswahl an Tools für Produktmanager. Darauf hin haben sie einfach ihr eigenes Tool entwickelt.

ProdPad fokussiert auf die folgenden Tätigkeiten eines Produktmanagers: Ideen-Management, Product Roadmapping, Portfolio Management sowie auf User Personas & Feedback. Alle relevanten Informationen zu einem Produkt können in einem Product Canvas festgehalten werden. Es können Personas definiert und mit dem Produkt und auch einzelnen Ideen und User Stories assoziiert werden. Ideen können von allen Team-Mitgliedern eingestellt, ausgearbeitet und diskutiert werden. Sie können in User Stories runter gebrochen und ausspezifiziert werden. Auch Mockups und Designs können zu Ideen festgehalten werden.

Einen wichtigen Teil im Arbeitsalltag eines Produktmanagers lässt das Tool jedoch aus: die Umsetzung im agilen Projekt. Ein Taskboard-Ansicht fehlt in ProdPad genauso wie ein Burndown-Chart. Hierfür bietet ProdPad allerdings Integrationen zu klassischen agilen Projektmanagement-Tools wie Jira, Pivotal Tracker oder auch Trello (alle ebenfalls in diesem Beitrag beschrieben).

Beispiel:

Screenshot ProdPad

Videos:

Pakete und Preise:

  • 14 Tage kostenlose Testversion (ohne Angabe von Kreditkarten-Daten)
  • Basic: 39$ pro Monat (eingeschränkte Features)
  • Plus: 59$ pro Monat für 3 Produktmanager und Produkte
  • Premium: 299$ pro Monat für 10 Produktmanager und Produkte
  • Enterprise: Preis auf Anfrage; unlimitierte Anzahl an Produktmanagern und Produkten

 

ScrumDesk

Logo ScrumDeskScrumDesk ist ein Slowakisches Beratungsunternehmen und Anbieter der beiden Produkte ScrumDesk Start! und ScrumDesk Professional. Professional wird bereits seit 2007 entwickelt wird und ist ein Windows-basiertes Tool, das sehr umfangreiche Funktionen rund um Scrum und agile Produktentwicklung beinhaltet, von der Backlog-Planung, über die Umsetzung, die Verwaltung von Impediment, die Durchführung von Retrospektiven, die Analyse uvm. Insgesamt wirkt das Tool aber sehr komplex und überfrachtet mit Funktionen. Die Verfügbarkeit ausschließlich auf Windows wird vermutlich eine weitere Hürde für viele potentielle Interessenten sein.

Diese Probleme haben wohl auch die Leute von ScrumDesk erkannt und haben daher mit Start! ein wesentlich einfacheres und fokussierteres, web-basiertes Tool für Agile Teams entwickelt. Start!, das sich allerdings erst in der Beta-Phase befindet, konzentriert sich auf die Kern-Scrum-Praktiken. Man kann Anforderungen in Form von Karten anlegen, diese in einem Backlog sammeln und anschließend in Sprints und Releases zur Umsetzung bringen. Noch ist das Tool recht rudimentär und sieht optisch auch nicht so sexy aus, wie andere hier vorgestellte Tools. Es bleibt also abzuwarten, wie sich ScrumDesk Start! weiter entwickeln wird.

Beispiel:

Screenshot ScrumDesk Professional

ScrumDesk Professional

Screenshot ScrumDeskStart

ScrumDesk Start

Videos:

Pakete und Preise:

  • Start! (Beta): Kostenlos während der Beta-Phase
  • Professional Tiny: kostenlos (3 Team-Mitglieder)
  • Professional Small: 9$ pro Monat (5 Team-Mitglieder)
  • Professional Standard: 25$ pro Monat (10 Team-Mitglieder)
  • Professional Large: 9$ pro Monat (15 Team-Mitglieder)
  • Professional Enterprise: 299$ pro Monat (50 Team-Mitglieder)

 

Scrumwise

Logo ScrumwiseScrumwise ist ein einfaches online-basiertes Tool für agile Teams, die nach Scrum oder Kanban arbeiten. In Scrumwise lassen sich Team-Mitglieder einfach verschiedene Rollen zuteilen, die dann entsprechend zusammenarbeiten können. Anforderungen werden in Form von Backlog Items in einem Backlog gesammelt und können darin einfach verwaltet und per Drag’n’drop priorisiert werden. Einzelne Backlog Items können anschließend in der Sprint-Planung ausgewählt werden. Dabei lassen sich auch mehrere Team, die beispielsweise an unterschiedlichen Standorten arbeiten, mit einplanen. Auf einem Taskboard lässt sich anschließend im Sprint nachverfolgen, wer an welchem Backlog Item oder an welcher Unteraufgabe arbeitet und wie insgesamt der Fortschritt ist. Der Fortschritt lässt sich zudem an automatisch aktualisierten Burndown-Charts nachvollziehen. Neben den Sprints kann man auch eine langfristige Roadmap erstellen und Releases planen.

Insgesamt wirkt Scrumwise sehr aufgeräumt und fokussiert auf die tägliche Arbeit im agilen Entwicklungs-Team.

Beispiel:

Screenshot Scrumwise

Videos:

Pakete und Preise:


 

sprintly

Logo SprintlySprintly ist ein agiles Projektmanagement-Tool zur Verwaltung von Anforderung in Form von Backlog-Items. Dabei unterscheidet sprintly zwischen Storys, Aufgaben, Defekten und Tests. Zu Storys kann man Unteraufgaben erstellen und dann einzelnen Mitarbeitern zuweisen. Die einzelnen Items kann man in verschiedene Status oder Listen einordnen. Unter „Triage“ befindet sich der Backlog mit künftigen Stories und Aufgaben, unter „Underway“ sieht man alle Items, die für die Umsetzung ausgewählt wurden, in „Pending“ alles, was derzeit bearbeitet wird und unter „Done“ – wer hätte es gedacht – alle fertig bearbeiteten und abgenommenen Items. Innerhalb der verschiedenen Listen kann jederzeit die Reihenfolge durch Drag’n’drop geändert werden. Damit bei der Arbeit mit Untermengen an Items nicht der Zusammenhang verloren geht, zeigt Sprintly an der linken Seite alle Projekte in Form von farbigen Balken an. Diese Quick-Sort genannte Leiste ermöglicht es zudem, Objekte neu zu sortieren. Ein Dashboard soll für zusätzliche Übersicht sorgen. Es gruppiert die Items nach Status in einem Kanban-Board, zeigt eine Zusammenfassung in Zahlen und wie viele Items welcher Art an welchen der letzten sieben Tage abgearbeitet wurden.

Auch wenn sprintly optisch recht hübsch gemacht wird, finde ich die Art der Darstellung und insbesondere die Unterteilung in die verschiedenen Status, in denen sich irgendwie alles doppelt, etwas gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht braucht es etwas tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Tool, um sich darin einzufinden.

Beispiel:

Screenshot sprintly

Videos:

Pakete und Preise:

  • 30 Tage kostenlose Testphase
  • Bootstrap: 10$ pro Monat für 3 Team-Mitglieder
  • Startup: 19$ pro Monat für 5 Team-Mitglieder
  • Team: 49$ pro Monat für 10 Team-Mitglieder und 5 Beobachter
  • Pro: 99$ pro Monat für 25 Team-Mitglieder und 10 Beobachter
  • Agency: 149$ pro Monat für 75 Team-Mitglieder und 50 Beobachter
  • Bei jährlicher Buchung gibt es 2 Monate kostenlos (zusätzlich zur 30-Tage Testphase)

 

tinyPM

Logo TinyPMtinyPM ist ein einfaches Tool zur agilen Zusammenarbeit. Man kann damit mehrere Produkte in einem Portfolio verwalten und für jedes Produkt eigene Backlogs pflegen. Stories und Items im Backlog können einfach verwaltet und per Drag’n’drop verschoben werden. Informationen und Dateien können direkt an den einzelnen Stories verwaltet werden. Es lassen sich Sprints / Iterationen planen; der Fortschritt innerhalb einer Iteration kann am Taskboard nachverfolgt werden. Nach Abschluss einer Iteration bietet tinyPM vielfältige Möglichkeiten zur Auswertung der Velocity. Als einziges der hier vorgestellten Tools beinhaltet tinyPM ein integriertes Wiki, was die Dokumentation von zusätzlichen Informationen zum Produkt und Unternehmen vereinfacht. tinyPM gibt es als SaaS-Version und also lokal zu installierende Variante.

Beispiel:

Screenshot TinyPM

Pakete und Preise:

  • Personal: kostenlos für 2 Nutzer und 3 Projekte
  • Startup: 9$ pro Monat für 5 Nutzer und 5 Projekte
  • Basic: 49$ pro Monat für 10 Nutzer und 10 Projekte
  • Plus: 99$ pro Monat für 15 Nutzer und unlimitierte Projekte
  • Pro: 149$ pro Monat für 25 Nutzer und unlimitierte Projekte
  • Corporate: 259$ pro Monat für 50 Nutzer und unlimitierte Projekte

 

Trello

Logo TrelloTrello ist ein sehr einfaches, aber doch sehr nützliches Tool um Aufgaben und Projekte zu managen. Dabei dreht sich bei Trello alles um Task Boards. Diese können in verschiedene, beliebig benennbare, Spalten aufgeteilt werden (z.B. eine für Ideen, eine für offene Aufgaben, eine für Aufgaben in Bearbeitung und eine für erledigte Aufgaben – ganz so wie man es aus Scrum oder Kanban kennt). Für einzelne Aufgaben können Karten angelegt werden, die dann innerhalb der Spalten per Drag’n’drop verschoben werden können. Zu jeder den Karten können Checklisten für Unteraufgaben angelegt werden und Screenshots sowie beliebige weitere Attachments angehängt werden. Außerdem lässt sich die komplette Kommunikation zu den Aufgaben mittels Kommentaren abbilden.

Da Trello kostenlos ist und wirklich einfach zu bedienen, lässt sich damit schon sehr gut arbeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass Trello bei einem langen Backlog oder sehr vielen Aufgaben / Karten irgendwann unübersichtlich wird, gerade da man in den Karten auch immer gleich Screenshots in der Vorschau sieht. Was einerseits hilfreich sein kann, vermeidet andererseits, dass man einen schnellen Überblick über alle Aufgaben bekommt. Daher arbeite ich mit Trello lieber nur für kleinere Projekte.

Beispiel:

Screenshot Trello

Pakete und Preise:

  • Trello ist prinzipiell kostenlos
  • Trello Gold und Business Class: 5$ pro User und Monat oder $45 pro User und Jahr

 

VersionOne

Logo versiononeVersionOne ist ein sehr umfangreiches Tool für die agile Produktentwicklung, das auch für größere Unternehmen und deren Anforderungen zum Einsatz kommen kann. Dabei wurde VersionOne bereits 2002 erstmalig vorgestellt und ist nach eigenen Angaben das erste Tool für agiles Management. Von der Planung von ganzen Produkt-Portfolios, über die Planung von einzelnen Produkten und deren Zielen mittels Epics, Stories und Tasks, die Planung von Releases und letztlich der Planung und Durchführung von einzelnen Sprints bietet VersionOne vielfältige Möglichkeiten für Produktmanager und deren Teams und Unternehmen. Die Ultimate Edition bietet zusätzliche Möglichkeiten, u.a. eine Ideen-Community ähnlich den Tools, die ich im Artikel zu Customer Feedback Tools vorgestellt hatte.

Die lange Zeit am Markt sieht man VersionOne leider etwas an. Zwar ist es sehr mächtig und bietet sehr viele Möglichkeiten; das Erscheinungsbild wirkt allerdings etwas angestaubt und hätte ein Facelife nötig… denn Produktmanagement soll ja auch Spaß machen! 😉

Beispiel:

Screenshot VersionOne

Videos:

Pakete und Preise:

  • Team: kostenlos für ein Team und Projekt
  • Catalyst: 175$ pro Monat für 20 User in einem Team und mehrere Projekte
  • Enterprise: 29$ pro User und Monat, mehrere Teams und Projekte
  • Ultimate: 39$ pro User und Monat, für agiles Portfolio Management

 

Obwohl die Liste schon sehr umfangreich ist, habe ich für diejenigen unter euch, die noch weitere Tools anschauen oder ausprobieren möchten, folgenden Linktipp: unter http://www.userstories.com/products findet ihr eine Liste mit derzeit 90 Tools… viel Spaß beim Testen! 😉

Welche Tools kennt uns nutzt ihr?

Ich hoffe, dass euch diese Zusammenstellung bei der Auswahl eines Tools helfen wird. Und solltet ihr bereits eines der oben genannten oder auch ein ganz anderes Tool nutzen, dann lasst es mich und die anderen Leser gerne wissen. Ich bin gespannt darauf, welche Erfahrungen ihr gesammelt habt!

Weitere Artikel in der Serie

Unserer Serie zu Tools für Produktmanager besteht aus folgenden weiteren Artikeln:

Über Rainer Gibbert

Rainer ist Produktmanager mit großer Begeisterung für gute, Kunden-orientierte und wirtschaftlich erfolgreiche Produkte. Derzeit arbeitet er bei der StyleRemains GmbH in Hamburg als Head of Product für REBELLE, dem größten Deutschen Marktplatz für hochwertige Designer Second Hand Mode. Zuvor war Rainer u.a. bei Fielmann Ventures als Senior Produktmanager sowie bei OTTO als Produktmanager im E-Commerce Innovation Center tätig und leitete das User Insights Team bei der XING AG.

14 Kommentare

  1. Rainer Gibbert Artikelautor

    Hallo Thomas,

    danke für den Hinweis. ProductPlan klingt interessant. Allerdings finde ich den Preis von 29$ pro Monat für ein Tool, mit dem man nur Roadmaps erstellen kann, relativ hoch.

    Hast Du Erfahrungen mit ProductPlan gemacht?

    Viele Grüße
    Rainer

  2. Ellen Buthe

    Hallo,
    vielen Dank für die Vorstellung der einzelnen Tools!
    Momentan bin ich bei meiner Firma dabei, ein Tool für agiles Produktmanagement einzuführen. Die Wahl viel auf Jira, da bereits Mitarbeiter von uns leichte Erfahrung mit dem Tool gemacht haben und es sich in vielen Firmen bereits erfolgreich hat.
    Trotzdem ist für das Angebot der verschiedenen Atlassian-Module recht undurchsichtig für unsere Anforderungen an ein solches Tool. Momentan können wir Vorgänge (Anforderungen) anlegen und verwalten, sowie Sprints erstellen. Was mir allerdings komplett fehlt, ist das Sammeln von Dokumenten und der Kompettübersicht, sowie GUI-Führung etc.
    Alle Mitarbeiter benötigen eine detaillierte Beschreibung, was genau erstellt werden soll und warum. Ansonsten ist das Verständnis der einzelnen Anforderungen nicht allzugut.
    Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?
    Grüße
    Ellen

  3. Rainer Gibbert Artikelautor

    Hallo Ellen,

    In Jira kann man doch an Tickets Dateien oder Grafiken / Screenshots anhängen. Außerdem lassen sich Verknüpfungen zu Weblinks einfügen. Oder was genau meinst du?

    Wir hängen immer alle Dokumente wie Screenshots, Mockups, Wireframes oder Prototypen / Clickdummies (als ZIP) an die entsprechenden Stories dran, sodass alle Team-Mitglieder Zugriff darauf haben.

    Was es allerdings nicht gibt, ist eine Übersicht über alle Anhänge aller Tickets… Aber das halte ich eh für zu unübersichtlich und daher nur bedingt sinnvoll.

    Viele Grüße,
    Rainer

  4. Wolf Brüning

    Moin Ellen,
    bei OTTO nutzen wir zusätzlich zu Jira noch das Confluence-Wiki von Atlassian. Dort haben wir zu jedem größeren Vorgang (also insbesondere Stories) eine Seite, die im Ticket referenziert wird. Auf dieser sammeln wir dann Anforderungen, Discovery- und Test-Ergebnisse, Design-Briefings, UACs usw.
    Gleichzeitig lassen sich die Stories hier ganz gut in eine logische Struktur bringen.
    Grüße, Wolf

  5. Helen Koenemann

    Hi Rainer,
    vielen Dank fuer die Auflistung (auch die anderen waren schon sehr hilfreich)
    Hast Du Dir schon einmal AHA! (https://www.aha.io/) angeschaut?
    Mich wuerde deine Meinung dazu interessieren.
    Gruss, Helen

  6. Ellen Buthe

    Danke schon mal für die hilfreichen Kommentare! Confluence hatte ich mir tatsächlich noch nicht angeschaut, will das aber zu einem späteren Zeitpunkt machen.
    Die große Herausforderung bei uns, ist die Interdependenz aller Einstellungsmöglichkeiten und Zahlen auf einem kompletten Screen, sobald der User einen Filter verwendet oder eine Zahl ändert. Also muss man eigentlich nicht nur die User-Aktivität hinterlegen, sondern auch, wie sich jedes Mal das UI ändert. Außerdem muss der Entwickler aber nicht direkt den kompletten Screen entwickeln. Ich kann mir auch vorstellen, dass er mit einzelnen Bereichen des Screens anfängt und somit nur bestimmte Unteraufgaben\Aufgaben in einem Sprint enthalten sind. Die User Story ist aber erst abgeschlossen, sobald der komplette Screen sich richtig angepasst hat, sobald der User seine Änderung eingibt.

    Kompliziert, kompliziert :))

  7. Nicole Mittchel

    Really Interesting list! I am currently looking for a Project Management tool and that list really helped! I am testing Comidor (www.comidor.com) at the moment, which is not listed here but I will totally take a look at your suggestions! Thanks a lot!

  8. Roman Schmidt

    Hallo Rainer,

    schöne Auflistung!

    Toll für kollaborative Business Model Canvas (und anderes):
    http://www.canvanizer.com

    Ich bin ja ein großer Fan von Impact Mapping. Dazu habe ich ein ziemlich gutes aber leider nicht so „richtig offizielles“ Tool gefunden:
    http://www.effectcup.com

    Es bietet auch eine Schnittstelle zu JIRA.
    Leider gibt es scheinbar keine Online-Alternativen.

    Weiterhin gibt es noch mingle von ThoughtWorks (u.a. M. Fowler):
    http://www.thoughtworks.com/mingle/

    Schön wäre ein voll integriertes, ineinandergreifendes Tool, das folgendes bietet:
    – Business Model Canvas für den Überblick
    – Impact Mapping für Road Map, Priorisierung und Zielerreichungskontrolle
    – Sprint Planung und Issue Tracking
    – Ideensammler

    Sozusagen canvanizer, effectcup, JIRA und Trello in einem 🙂

    Gruß
    Roman

  9. Uwe

    Hi,

    mit immer weiter zunehmender Begeisterung lese ich euren Blog! Sehr gute informative Arbeit, die ihr hier leistet.

    Ich wollte mal fragen, ob ihr einen Tipp für mich habt. Wir haben Jira/Confluence für die Software-Entwicklung bei uns im Einsatz. Daran wollen wir aktuell auch nicht rütteln. Aber wir brauchen dringend eine Ergänzung für das Produkt als auch Cross-Projektmanagement.

    Bei Cross-Projektmanagement denke ich wird die Entscheidung zwischen Tempo Folio und Jira Portfolio fallen. Habt ihr da Erfahrungen, auf die man zurück greifen kann?

    Bei Produktmanagement verzweifele ich langsam aber sicher. Es scheint einfach nichts zu geben, dass sich direkt mit Jira verknüpft. Am ehesten scheint sich im Moment ProdPad zu eignen, was aber dann auch wieder ein weiteres Tool ist. Aha haben wir auch schon intensiv getestet, das geht uns aber fast zu weit vom Ansatz her. Grundsätzlich mögen wir es es möglichst einfach, aber nur mit Stift und Papier bekommen wir unsere Produkte auch nicht mehr gemanaged – insbesondere da wir verteilt und mehrsprachig arbeiten.

    Ich bin für jeden Input oder Idee dankbar!
    Liebe Grüße, Uwe

  10. Rainer Gibbert Artikelautor

    Hallo Uwe,

    Leider kenne ich auch nicht die perfekte Lösung für alles. Ich hatte mir im Rahmen des Artikels über PM-Tools diverseste Tools angeschaut, aber wahrscheinlich sind die Anforderungen auch zu komplex bzw. vielseitig, um das alles in einem Tool abzubilden. ProdPad hatte ich mir im Rahmen der Recherchen auch angeschaut und fand es sehr interessant, allerdings hört das Tool dort auf, wo Jira oder ähnliche Backlog-Verwaltungstools anfangen. Ich hatte auch kurz mit den Machern von ProdPad geschrieben und sie darauf hingewiesen, aber sie sagten mir dass sie absichtlich dort aufgehört hätten, gerade weil es viele Tools zur Backlogverwaltung und -Umsetzung gäbe.

    Von daher heißt es wohl oder übel: weiter suchen oder dann doch verschiedene Tools nutzten (die ja zum Glück mittlerweile alle ganz gut per API miteinander kommunizieren können).

    Viele Grüße
    Rainer

  11. Oliver

    Wir testen gerade Odoo ( http://www.odoo.com ) für verschiedene Einsatzgebiete, u.A. auch für das Projektmanagement.
    Die Ansätze sind vielversprechend und mit den entsprechenden Erweiterungen könnte Odoo tatsächlich sowas wie die eierlegende Wollmilchsau werden.

  12. Ina

    Hallo, Rainer,

    ich würde Ihnen empfehlen, auch „Eylean Board“ (www.eylean.com) zu testen. Sehr einfach benutzbar, aber auch mit vielen nützlichen Funktionen, integrierbar mit TFS, MS Excel, Outlook.

    Viele Grüße
    Ina

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