Selbstcoaching für Produktmanager_innen

Coaching – was ist das?

Warum ist Coaching eigentlich in aller Munde? Was ist Coaching überhaupt und bringt das was? Kann man sich auch selbst coachen?

„Ein Coach stellt Fragen, ein Berater gibt Antworten.“

Diese einfache Formel bringt es gut auf den Punkt. Somit ist Coaching nichts für Ungeduldige. Es bringt keine schnellen Lösungen. Auf Dauer bringt es einen dafür wirklich weiter. Denn man muss zu den Fragen des Coaches selbst nach Antworten suchen. Der Coach gibt nur einen Impuls. Was der richtige Impuls ist, bestimmt dabei die Erfahrung des Coaches.

Coaching ist also nachhaltiger als bloße Beratung. So ist auch meine Erfahrung aus den Coaching-Sessions, die ich seit drei Jahren mit vielen verschiedenen Produktmanagern mache.

Warum Coaching für Produktmanager?

Bei Coaching denkt man oft eher an Karriereberatung oder allgemeine Lebenshilfe. Doch Coaching kann auch zu ganz konkreten, fachlichen Fragestellungen Sinn machen.

Produktmanager nehmen Coaching als Service in Anspruch, weil in diesem komplexen Job mit der hohen Taktung, den vielen Ansprechpartnern und den vielen Entscheidungen ein Coach einfach eine gute Hilfestellung sein kann. Eine Art Sparringspartner. Um Ideen zu spinnen und Vorhaben mal laut auszusprechen.

Ich komme eigentlich aus der Produktmanagement-Praxis und habe in letzten Jahren als Selbstständige immer mehr Coaching-Sessions für PMs gemacht. Ganz einfach, weil diese kurzen, intensiven Impulse den Kunden am besten weiterhelfen.

Coaching ohne Coach?

Über die Zeit entstand durch die vielen Einzelcoachings bei meinen Kunden für mich eine Fragestellung: wie kann ich die Essenz aus meinen Coachings, meine „besten Fragen“ auch für Produktmanager zugänglich machen?

Denn nicht alle Produktmanager haben das Geld oder auch die Zeit für richtige Coaching-Sessions, die sehr intensiv sein können. Für einen einfachen Einstieg in die Praxis der kontinuierlichen Selbst-Reflektion habe ich ein praktisches Kartenset mit 52 Fragekarten entwickelt.

52questions_1

Die Entwicklung der Coaching-Karten

Entwickelt habe ich das Produkt natürlich so, wie ich das immer tue: Idee, Validierung, Team Zusammenstellung, Prototypen Bau, Testing, Kalkulation, Entwicklung, Vermarktung. Sogar mit Taskboard. Aber ohne Scrum 😉

Nach dem ersten Test (damals hatte ich meine Lieblingsfragen einfach handschriftlich auf Karteikarten notiert) war gleich klar: es muss eine sinnvolle Gliederung her. Denn nicht alle Fragen sind zu jedem Zeitpunkt interessant. Und es war klar: diese Gliederung muss inhaltlich sinnvoll aber auch optisch erkennbar sein.

Bis zur finalen Version musste ich auch etwas tüfteln. Die Karten sind nun durch farbliche Markierung in Themengebiete geclustert. In jedem Themengebiet gibt es je min. 6 Fragestellungen. Die Themengebiete sind:

  • Understand the Problem
  • Find a Solution
  • Do some Planning
  • Get it done (Implementation)
  • Listen & Learn (Optimization)
  • All forces united (Team)
  • Grow! (Personal)

So kann der „Nutzer“ sich nun auf das Themengebiet konzentrieren, das zu seinem aktuellen Projektstand passt.

Bei den Fragen hat letztlich eine gute Mischung zwischen philosophisch und konkret das Rennen gemacht. Zwei Beispiele hierfür:

  • Listen & Learn: Was würde passieren, wenn du Morgen den Preis für dein Produkt verdoppeln würdest? Was müsste sich am Produkt ändern um diesen Preis zu rechtfertigen?
  • Get it done: Wo herrschte diese Woche Chaos? Wo dulde ich das Chaos? Wo habe ich Chaos beseitigt?

52questions_prototyping

Verwendungsmöglichkeiten

Mit dem Kartenset kann man sich auf verschiedene Arten selbst coachen:

  • Zieh dir als Produktmanager jeden Morgen eine Karte und nimm dir 15 Minuten Zeit, um über die Fragestellung nachzudenken.
  • Schließe dich mit einem Kollegen zu einer Lerngruppe zusammen: Jeder beantwortet die Frage für sich und stellt das Ergebnis dem anderen vor. Natürlich gibt der andere dann Feedback zur Antwort.
  • Schnapp dir eines der Themengebiete (z.B. Get it done) und arbeite konkret daran, deine Stärken auszubauen.

Oder man nutzt das Kartenset im 1:1 mit dem eigenen Chef oder lässt sich vom Scrum Master oder dem agilen Coach hin und wieder eine Frage stellen. Wichtig ist nur, dass man sich Zeit nimmt. Wie für jede Art des Lernens.

Wer sehen möchte, wie andere das Kartenset einsetzen, der kann unter dem Hashtag #52question Beispiele finden. Und zur Bestellung geht´s hier lang: Coaching-Kartenset mit 52 schlauen Fragen.

52questions_karten_en

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Über Petra Wille

Petra Wille studierte Informationstechnik (Dipl.-Ing. (BA)) und war zuletzt, nach Stationen bei SAP, Hubert Burda Media und der XING AG bei der tolingo GmbH in Hamburg als „Managing Director“ tätig. Seit 2013 ist Petra Wille freiberufliche Produktmanagerin und arbeitet für Ihre Kunden an neuen Produktideen: immer mit agilen Projektmethoden und meist in internationalen, auch verteilten Entwicklungsteams. Außerdem berät und coacht sie Produktmanager und vermittelt Methoden und Handwerkszeug für ein professionelles, dynamisches Produktmanagement. Neben Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist Petra Wille begeisterte Kitesurferin und schreibt für produktbezogen.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.