Recap ProductTank Hamburg — Dezember 2016

Nachdem der letzte Hamburger ProductTank mittlerweile schon etwas länger her ist (Mai um genau zu sein), das ProductTank Sommer Picknick wetterbedingt leider abgesagt werden musste und das Mega-Event “Mind the Product” in London auch schon hinter uns liegt, war es allerhöchste Zeit, dass sich in der Hamburg Szene wieder etwas tut.

Für knapp 70 Produktleute, die sich letzten Donnerstag in den Coworking-Räumlichkeiten von Mindspace im Herzen Hamburgs getroffen haben, hatte sich das Warten jedoch sehr gelohnt.

Mit den Speakern Martin Eriksson und Marc Kadish standen zwei langjährige und aktive Organisatoren auf der Bühne. Marc gab anfangs eine Einführung in das von der XING Product Community entwickelte Framework “Auftragsklärung”, dass er auch schon bei anderen ProductTanks und Konferenzen vorgestellt hat. Im Rahmen dieses ProductTanks konnten wir Marc schon vorab ein paar Fragen stellen, die ihr am Ende dieses Artikels findet.

Als zweiter Speaker teilte Martin einige Erfahrungen aus seinem demnächst erscheinenden Buch “Product Leadership” Er gilt als einer der Väter der ProductTank-Bewegung, die mittlerweile in 91 Städten weltweit 50.000 Leute erreicht.

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Talk 1: Marc Kadish (Director Product Management, XING AG) über “Auftragsklärung, a framework for collaborative alignment”

Marc gab einen geschichtlichen Einblick, welche Gründe XING vor mittlerweile über einem Jahr dazu bewegt hat, die Auftragsklärung zu entwickeln. Das Framework hilft seitdem die 30 eigenständigen Produktentwicklungsteams auf ein gemeinsames Ziel zu fokussieren, ohne dabei aber deren autonomes Handeln einzuschränken.

Mit Hilfe einer auf DIN A0 ausgedruckten Canvas definieren und schärfen bei XING mittlerweile alle Teams größere Initiativen. Dadurch kann das Feedback von Stakeholdern, Peer-Product Managern und Teammitgliedern bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Wenn Wirkungsgrad, Boundaries und das genaue Vorhaben der Initiative schon sehr früh kommuniziert und mit den wichtigsten Parteien abgeklärt werden, kommt es auch seltener vor, dass plötzlich nachträglich noch Überraschungen von anderen Teams Probleme verursachen.
Die Struktur einer Auftragsklärung beinhaltet die folgenden neun Elemente:

  • Situation: Wie ist die Ausgangssituation für die Initiative?
  • Complication: Weshalb sollte jetzt gehandelt werden?
  • Higher Intent: Wie steht diese Initiative in Bezug zu den Unternehmenszielen?
  • Intent: Was willst du mit der Initiative erreichen?
  • Boundaries: Was sollte sich mit Durchführung der Initiative nicht verändern bzw. was ist nicht Bestandteil des Projekts?
  • Hypothesis: Wie lautet die Hypothese, die durch die Initiative bestätigt oder widerlegt werden soll?
  • Input: Welche Ressourcen sollen eingesetzt werden?
  • Output: Was liefert das Projekt dem Nutzer und wann?
  • Outcome: Welche deiner KPIs sollen sich durch die Initiative und wie verändern?

Interview mit Marc

Alexander: Die aktuelle Zusammensetzung der Auftragsklärung ist schon die zweite Version. Wird das Tool noch weiterentwickelt und in welchen Bereichen siehst du noch Verbesserungspotential?

Marc: Die Auftragsklärung wurde, hauptsächlich durch internes Feedback, über das gesamte letzte Jahr weiter entwickelt. Nachdem nun auch schon etliche Projekte erfolgreich mit dem Framework durchgeführt worden sind, können wir mit gutem Gewissen davon ausgehen, dass die aktuelle Zusammensetzung sehr stabil ist.

Alexander: Wie ist denn die Resonanz aus der Branche? Gibt es schon einige Anwender in anderen Firmen und wie sind deren Erfahrungen damit?

Marc: Es gab schon einiges gutes Feedback von diversen Firmen. Das Mobile Team des großen internationalen Publishers “The Guardian” hat schon Interesse am Format bekundet. Eine App-Entwicklungsagentur aus London geht sogar noch einen Schritt weiter und benutzt die Auftragsklärung für die Abstimmung mit ihren Kunden.

Alexander: Das Tool soll dabei helfen Alignment unter vielen Produktpersonen innerhalb eines Unternehmens herbeizuführen. Nicht jede Firma hat jedoch 50 Produktleute die “gleichgeschalten” werden müssen. Funktioniert die Auftragsklärung auch mit wesentlich kleineren Teams?

Marc: Die Auftragsklärung soll im Wesentlichen dabei helfen, alle Projekt-Parteien so früh wie möglich zusammenzubringen. Dies funktioniert in einem großen Produktunternehmen, wie auch im kleinen Start-up sehr gut.

Alexander: Du hast das Framework bereits in München, Zürich, Lissabon, Paris, London und Berlin gezeigt. Wieso erst jetzt Hamburg, obwohl es hier “erfunden” wurde?

Marc: Es gibt ja die ungeschriebene Regel, dass ein Organisator nicht selbst als Speaker auf seinem eigenen ProductTank auftritt (zumindest hier in Hamburg). Als dann feststand, dass Martin hier in Hamburg spricht, konnte ich einfach nicht anders. In der Zeit in der das ProductTank-Format von Martin in London gegründet wurde, war ich die ersten Male immer mit dabei. Zeitgleich hatte ich mit einigen Freunden von Skype, BBC und vom “the Guardian” ein ähnliches Format gegründet, bei dem sich Produktleute, unter anderem auch Martin, regelmäßig getroffen haben. Mit unseren beiden Talks an einem Abend schließt sich deshalb dieser Kreis auch persönlich für mich.

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Talk 2: Martin Eriksson (Co-Founder, Mind the Product) über “Product Leadership”

Product Leadership ist kompliziert, nicht glamourös und hat nichts mehr mit Produktentwicklung im eigentlichen Sinne zu tun. So startete Martin seinen Talk über sein neues Buch das beschreibt, dass es sich bei Product Leadership hauptsächlich um das Managen von Personen handelt. Dass man das Thema Leadership jedoch nochmal abgegrenzt betrachten muss, macht das von Martin benutzte Zitat deutlich: “Management is doing things right; leadership is doing the right things. (Peter Drucker)”. Das wichtigste Credo guter Führung sei jedoch immer das Team als Priorität 1 zu sehen.

Zum Abschluss teilte er noch einige interessante Bücher für Product Leader mit uns, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

Eine E-Book Vorschau und das Formular für die Vorbestellung für das Buch von Martin bekommt ihr hier: http://productleadershipbook.com/. Das Canvas und weitere Informationen zur Auftragsklärung von Marc findet ihr auf dieser Webseite.

Vielen Dank auch an Moritz Königsbüscher, der während des Events fleißig Bilder für uns gemacht hat. Alle Bilder findet ihr unter http://bit.ly/2gz8jTe.

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Über Alexander Hipp (Gastautor)

Alexander hat Kommunikation und Medienmanagement (MA) in Karlsruhe und London studiert. Nachdem er während des Studiums beim Flash-Sale Onlineshop Sportpursuit in London als Front-end Entwickler gearbeitet hat, ist er mittlerweile bei XING in Hamburg als Junior PO für die Windows Apps verantwortlich. Neben seiner Leidenschaft für alle Themen rund um digitales Design und Produkte, ist er beim FC St. Pauli als Handballer am Start, quält sich gerne mit der Freeletics-App, macht Yoga und ist stolzer Besitzer eines neuen Singlespeed Fahrrads.

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