Konferenz Rückblick – The Conference 2017

Wie auch schon 2015 und 2016 war ich in diesem Jahr wieder in Malmö auf der the Conference und habe meine Eindrücke für euch mitgebracht. Wieder sei gesagt: diese Konferenz ist keine klassische Fachkonferenz. Weder für Produktmanager noch für Designer. Sie erweitert unter dem Motto „exploring complexity in a digital world“ aber immer Horizonte und regt zum Nachdenken an.

Das war gleich und das war anders

Die offensictlichen Änderungen zuerst:

  • Andere Location und mehr Teilnehmer: Aus ca. 800 wurden in diesem Jahr gut 1.400 Teilnehmer und damit musste die Konferenz in die Oper in Malmö umziehen. Und wieder meinen Erwartungen war das mit dem deutlichen mehr an Teilnehmern kein Problem. Auch die spielerische Konferenzdeko war wieder zurück. Dieses Mal mit unzähligen Sitzbällen und Spiegeln. Allerdings gibt es in der neuen Location weniger Rückzugsmöglichkeiten. Das war nicht optimal. Aber die Organisatoren haben versprochen sich das nochmal genau anzusehen.
  • Verändertes Programm: Aus 2 Tracks wurde ein Track. Das hat den Vorteil, dass man sich weniger mit dem Programm beschäftigen und einfach durch den Tag treiben lassen kann. Allerdings müssen damit alle Talks auch für alle interessant sein. Das hat man gemerkt – es wurde alles etwas mainstreamiger. Finde ich etwas schade.
  • Neugier und Freundlichkeit: Die Stimmung auf der Konferenz ist immer eine ganz besondere. Und das hat sich auch 2017 nicht verändert! Alle sind sehr offen, tolerant und neugierig. Ein bisschen wie die Insel der Glückseeligen. Muss auch mal sein dürfen!
  • Gewohnt gute Sideevents: daran hat sich nichts geändert. Es gibt die ganze Woche tolle Workshops und Sideevents. Allerdings ist die Konferenz leider nicht mehr parallel zum Malmö Festivalen. Das Musikhören am Abend fällt damit aus.

Das waren die großen Themen der Konferenz 2017

  • Artificial Intelligence: Ein Klassiker auf den Konferenzen derzeit. Auf der the Conference wurden allerdings eher die Randgebiete beleuchtet. Den AIs sind nur so gut wie das Material mit dem wir sie trainieren! Hier gilt es auf Diversität zu achten und es gilt auch die Grenzen von AIs im Detail zu verstehen.
  • Circular Design: Was in anderen Industriezweigen schon seit Jahren als Trend gilt (Stichwort Cradle to cradle) schwappt so langsam auch in die digitale Welt. Wie können wir Produktschaffenden dazu beitragen, dass unsere Lösungen von heute nicht die Probleme von Morgen erschaffen?!
  • Gesellschafts- und Stadtentwicklung: Viele der Vorträge lassen sich unter diesen beiden Oberbegriffen zusammenfassen. Wie entsteht Identität? Wie ist unser Begriff von Wahrheit? Wie radikal ist die Welt? Wie bleiben Städte lebenswert? Gibt es Hoffnung? Alles spannende Fragestellungen.
  • Digitale Kunst: Auch in diesem Jahr hat sich die the Conference einigen, sehr ernsten Themen wieder über künstlerische Ansätze angenähert. Das verschafft immer nochmal ganz andere Eindrücke. Ein Beispiel dafür sind die Arbeiten von Sebastian Schmieg – go check him out!

Die meiner Meinung nach wichtigsten Talks

  • Yousef Tuqan – Understanding Identity: Ein emotionaler Vortrag über das was Identität für junge Araber in Zeiten wie diesen bedeutet. Sehr sehenswert! Video
  • Jamie Bartlett – The New Normal: Wie wird aus der radikalen Denkweise einiger weniger die Normalität für uns alle? Jamie Bartlett ist dem auf den Grund gegangen und führt einem auf unterhaltsame aber schockierende Weise vor Augen wie schnell aus Extrempositionen Mainstream werden kann! Video
  • Jenny Odell – How to do nothing: Jenny Odell geht dem Sinn des Nichtstuns in ihrem Vortrag äußerst genau auf den Grund und stellt den Wert dessen klar. Denn nur aus dem Nichts entsteht das wirklich Neue! Ein gelungener Reminder wieder der operativen Hektik Video
  • Tommy Francois – Rapid Urbanization: Dieser Vortrag hat mich ziemlich auf die Palme gebracht obwohl die Kernbotschaft eine gute war: „Produktentwicklung geht nicht ohne echten Nutzerkontakt“. Dennoch fand ich erschütternd wieviel Energie verschwendet wird um am Ende ein noch realistischeres „Ballerspiel“ aka. FarCry daraus zu machen.  Video noch nicht Online

Natürlich findet ihr alle anderen Videos ebenfalls Online.

Tweets anderer Konferenzteilnehmer

https://twitter.com/sandyerrestad/status/905030944259805186

Fazit

Für mich immer eine Reise wert, auch wenn es sich die Erkenntnisse der Konferenz nie ohne weiteres auf mein Tagesgeschäft übertragen lassen. Empfehlen würde ich die the Conference also eher denjenigen, die Inspiration und intellektuelle Herausforderung suchen und von Fachkonferenzen mal eine Pause brauchen.

Pro Tipps für 2018

An den Pro-Tipps aus dem letzten Jahr hat sich eigentlich kaum etwas geändert. Ich habe sie lediglich ergänzt!

  • Checkt die Sidevents & Workshops! Viele davon sind sehr spannend und kostenlos. Die Sidevents erstecken sich meist über die ganze Woche. Montag, Donnerstag und Freitag. Also plant etwas mehr Zeit für eure Reise nach Malmö ein.
  • Networking galore. Ihr habt Lust die Speaker zu treffen? Dann meldet euch zum Family Dinner am Montagabend an. Dort waren in diesem Jahr ca. 300 Leute und ich saß an einem Tisch mit 4!! der tollen Speaker. (siehe Bild) Außerdem sind die „dine with friends“ (Blinddate mit 9 andren Konferenzteilnehmern in einem Restaurant in Malmö) und „lunch with friends“ (Mittagessen am Konferenzort mit 5 anderen netten Menschen) Events eine tolle Chance um Leute wirklich kennenzulernen.
  • Teilt eure Kräfte ein und plant eure Reisezeiten! Diese Konferenz kann sehr anstrengend sein da es ja um Themen geht, die nicht gerade das eigene „home turf“ sind. Überlegt euch also genau wieviel Input ihr euch zumutet. Vielleicht tut eine Pause zwischendrin auch mal gut. Und ich rate euch auf jeden Fall, für An- und Abreise etwas Luft einzuplanen. Bleibt doch eine Nacht länger, genehmigt euch in Ruhe ein Frühstück am Morgen nach der Konferenz und lasst eure Eindrücke wirken. Wer direkt in die Hektik des Alltags zurückkehrt hat zu viel Inspirationspotential verschenkt.
  • Fine Dining in Malmö. Wer gerne gut isst kommt in Malmö total auf seine Kosten! Informiert euch vorher über angesagte Restaurants und bringt ein paar Euro mehr Reisebudget mit. Wer auf den, in Skandinavien generell teuren Alkohol verzichtet, kann ab 35 € wahnsinnig leckere Menüs essen. Wir waren in diesem Jahr z.B. hier: http://kvarteretakern.com/
  • Spar-Tipp Livestream. Ihr könnt euch weder die Reise nach Schweden noch die Konferenzteilnehme leisten? Dann nehmt euch einfach zwei Tage Urlaub, versammelt ein paar nette Menschen um euch und schaut alle Talks im Livestream.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Über Petra Wille

Petra Wille studierte Informationstechnik (Dipl.-Ing. (BA)) und war zuletzt, nach Stationen bei SAP, Hubert Burda Media und der XING AG bei der tolingo GmbH in Hamburg als „Managing Director“ tätig. Seit 2013 ist Petra Wille freiberufliche Produktmanagerin und arbeitet für Ihre Kunden an neuen Produktideen: immer mit agilen Projektmethoden und meist in internationalen, auch verteilten Entwicklungsteams. Außerdem berät und coacht sie Produktmanager und vermittelt Methoden und Handwerkszeug für ein professionelles, dynamisches Produktmanagement. Neben Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist Petra Wille begeisterte Kitesurferin und schreibt für produktbezogen.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.