Konferenz Rückblick – design matters 2016

Wo sollte eine Design Konferenz stattfinden, wenn nicht im wunderschönen Kopenhagen? Letzte Woche war es wieder so weit. Zum zweiten Mal öffnete die design matters stilsicher im modernistischen Langelinie Pavillonen in unmittelbarer Nähe zur kleinen Meerjungfrau die Türen. Dieses Mal war ich dabei und habe zwei Tage lang inspirierende Vorträge, tolle Menschen und den herrlichen Ausblick auf dieser kleinen aber feinen Konferenz genossen.

Die Atmosphäre

Ich habe mich gleich vom ersten Moment an wohl, willkommen und überhaupt nicht fremd gefühlt. Die Dänen sind eben ein außerordentlich gastfreundliches und weltoffenes Völkchen und Socializing war mehr als unproblematisch – ja, man konnte sich sogar kaum davor drücken. Die Veranstalter ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es um Design geht. Sogar die Location ist ein kubistischer Designtraum aus den 50er Jahren, inspiriert vom Stil Mies van der Rohes, mit Blick auf den Hafen und fast auf den Öresund.

Kaffee und Kuchen

Genauso war die Verpflegung nicht nur hervorragend sondern auch dem Konferenz-Thema angemessen hergerichtet.

Was mir aufgefallen ist: kein einziger Werbeflyer der Sponsoren befand sich in der Konferenztasche. Dafür eine kleine Kladde, ein Stift, zwei Konferenz-Aufkleber, eine Teilnehmerliste sowie das Programm.

Am ersten Abend gab es ein Konferenz-Dinner. Für dies musste man sich extra anmelden und die Plätze waren begrenzt. Ich habe daran nicht teilgenommen sondern stattdessen ein Mitbringsel für meine Tochter geshoppt.

Darum ging es

Konferenzprogramm

Die Themen waren in diesem Jahr „Casual and Fun Experiences“ sowie das Internet of Things und Virtual Reality. Es ging um eine neue Tonalität, die sich zur Zeit in vielen Apps und Websites finden lässt, so die Veranstalter. Eine entspannte, freundliche und fröhliche Einstellung, dem Nutzer gegenüber, die die Art und Weise, wie wir mit Produkten umgehen ändert. Grenzen zwischen Interface und Nutzer werden gesenkt und die UX wird sehr viel persönlicher und angenehmer und macht sogar Spaß. Gute Beispiele hierfür sind MailChimp, BuzzFeed, Wunderlist und viele weitere Firmen, die frischen Wind in die digitale Produktlandschaft bringen, in dem sie den Fokus auf emotionales Design setzen.

Die Vorträge

Die Sessions wurden live gestreamt und aufgezeichnet und so habt ihr das Glück, euch einige der Vorträge nachträglich ansehen zu können. Die Videos findet ihr hier(Tag zwei ist zur Zeit noch in Arbeit), die Slides im PDF-Format gibt es außerdem hier.

Unter meinen Highlights ist z.B. Todd Dominey von MailChimp. Er berichtete über Brand, Tone und Kultur in seiner Firma und darüber, warum Freddie das Maskottchen seit Kurzem zwinkert. Todd brachte außerdem eine Tasche mit Freddie-Merchandise mit. Jeder Teilnehmer, der eine Frage stellte, sollte eine Freddie-Figur, eine Wollmütze oder ein T-Shirt bekommen. Leider ging ich leer aus, denn ich konnte meine natürlich wirklich guten Fragen nie unterbringen. Und hier komme ich zu meinem einzigen Kritikpunkt: es wurde nicht ausreichend auf die Zeit geschaut und so waren Fragerunden nach den Vorträgen kaum möglich.

Unglaublich interessant war auch der Vortrag von David Bailey und Nikos Tsouknidas von der BBC. Die beiden berichteten über GEL, die Global Experience Language der BBC, und über die Herausforderung Design- und Entwicklungsteam einander näher zu bringen.

Jeppe Henckel von Frog Design stellte auf anschauliche Weise die neuen Smart Bulbs von IKEA und den Weg dorthin vor und Andrew Doherty von Google sprach in dem meiner Meinung nach mitreissensten Vortrag über Design und Exponentialität.

Basak Haznedaroglu von Wunderlist brachte ein zuletzt schon öfter gehörtes Zitat mit: „Fall in love with the problem, not with the solution“ und Pieter Omvlee der Gründer von Bohemian Coding erzählte über die Entstehung von Sketch.

Reinoud Bosman

Reinoud Bosman von Philips sprach über das Design Framework seiner Firma und John Niedermeyer berichtete über die Schwierigkeiten Nachrichten von Print zu Digital zu transformieren und wie die New York Times und BuzzFeed damit umgehen.

Jeremy Burge, der Gründer von Emojipedia hatte den lustigsten Auftritt und Ryan Shafer der ehemalige VP of Design & UX von MTV hinterließ mit seinem Vortrag bei mir mächtig Eindruck. Und damit habe ich immer noch nicht alle genannt.

Mein Fazit

Eine herrlich unprätentiöse, kuschelige, freundliche und unglaublich inspirierende Konferenz mit ca. 250 Teilnehmern, zu der ich im nächsten Jahr definitiv wieder fahren werde.

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Über Miriam Scheibe

Miriam „Mimi“ Scheibe ist selbstständige User Experience Designerin und berät und unterstützt ihre Kunden in kompletten Produktentwicklungsprozessen von der Discovery-Phase bis hin zur Umsetzung in den Bereichen Strategic Design, User Experience und User Research. In ihrem früheren Leben war sie Entwicklerin und hat mittlerweile schon sechzehn Jahre digitale Erfahrung auf dem Buckel.

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