Die Herausforderungen eines Produktmanagers

Gestern bin ich auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie der britischen Produktmanagement-Beratung Product Focus gestoßen (bzw. habe sie per Mail erhalten). Product Focus führt diese Studie in jährlichem Rhythmus durch und betrachtet dabei verschiedenste Aspekte des Produktmanagement wie z.B. die Rolle des Produktmanagers, die Gehaltsentwicklung, die Aktivitäten eines Produktmanagers und vieles mehr. In diesem Jahr haben über 300 Produktmanager daran teilgenommen und die Ergebnisse sind absolut lesenswert.

Besonders interessant hierbei fand ich jedoch die Herausforderungen und Problemchen, mit denen Produktmanager immer wieder kämpfen müssen:

  1. Es gibt zu viel zu tun und nicht genug Zeit, Geld und Ressourcen, um alles zu machen.
  2. Man wird gezwungen, sich auf kurzfristige Ziele zu fokussieren statt seine Kraft auf langfristige strategische Arbeit zu konzentrieren.
  3. Man hat zwar die volle Verantwortung für das Produkt, aber nicht (oder nicht genug) Befugnisse, um dem gerecht zu werden.
  4. Die Rolle des Produktmanagement und die Verantwortlichkeiten sind im Unternehmen nicht geklärt.
  5. Es gibt nicht genügen Kooperation zwischen Teams mit starren organisatorischen Strukturen, viel Politik und Bürokratie.
  6. Es fehlt eine nachvollziehbare, konsistente und vor allem klar kommunizierte Strategie von „Oben“.

Viele dieser Herausforderungen kenne ich aus eigener Erfahrung und auch aus Berichten von Kollegen und Bekannten. Daher wollte ich hiermit die Diskussion anregen, welche Probleme davon ihr ebenfalls habt – und vor allem, wie man diesen Problemen entgegentreten kann.

Mit welchen Probleme bzw. Herausforderungen seht ihr euch in eurer Arbeit als Produktmanager konfrontiert und wie geht ihr damit um? Kommentiert gerne in diesem Artikel oder schickt uns euer Feedback über das Kontaktformular (wenn ihr nicht mit Namen auftreten wollt). Ich bin gespannt und freue mich auf die Diskussion!

Über Rainer Gibbert

Rainer ist Produktmanager mit großer Begeisterung für gute, Kunden-orientierte und wirtschaftlich erfolgreiche Produkte. Derzeit arbeitet er bei der StyleRemains GmbH in Hamburg als Head of Product für REBELLE, dem größten Deutschen Marktplatz für hochwertige Designer Second Hand Mode. Zuvor war Rainer u.a. bei Fielmann Ventures als Senior Produktmanager sowie bei OTTO als Produktmanager im E-Commerce Innovation Center tätig und leitete das User Insights Team bei der XING AG.

2 Kommentare

  1. @ObjT

    Bei 1,2 und 6 sind wir vermutlich schuldig im Sinne der Anklage. Zusätzlich würde ich noch das Fehlen einer Produktvision nennen, was aber vermutlich unter Punkt 2 fällt. Aber wenn man schon dabei ist, darf man auch Siegfried’s guten Kumpel ROI nicht außer acht lassen: wenn man eine gewisse Anzahl von Leuten auf ein „Produkt“ arbeiten lässt, dann sind all diese Punkte sehr wichtig, wenn aber ein Produkt nur eines von vielen ist, und der ROI niedrig, dann sind die zu investierenden Ressourcen (auch planungsmäßig) halt manchmal einfach nicht zu erwarten.

    Daher denke ich das ein weiterer ungenannter Punkt die vernünftige Ressourcenverteilung auf verschiedene Produkte ist, um die mit hohem Potential entsprechend zu pflegen / fördern.

  2. Rainer Gibbert Artikelautor

    Hallo @ObjT

    da hast du Recht. Im Prinzip entstehen viele Probleme dadurch, dass eines oder mehrere der folgenden Themen nicht oder nur unzureichend betrachtet werden:

    1. Vision -> wo will ich langfristig hin?
    2. Strategie -> welche Schritte sind nötig?
    3. Ziele -> was will ich im jeweiligen Schritt erreichen?
    4. Ergebnisse -> woran erkenne ich, ob ich die Ziele erreiche?
    5. Metriken und KPIs -> wie messe ich, ob dass ich mich in die richtige Richtung entwickle?
    5. Planung -> wie müssen die Ressourcen (effektiv) eingesetzt werden, um die Ziele zu erreichen?

    Wenn eines dieser Themen außen vor gelassen, nicht richtig kommuniziert oder falsch angewandt wird, führt es unweigerlich zu Problemen.

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